"Ein Pfund Fleisch"
Ein blutarmer Kampf unter Finanzjongleuren
Dominique Schnizer inszeniert die Uraufführung von Albert Ostermaiers "Ein Pfund Fleisch" als unterkühlten Trip in eine Männerwelt.
Hamburg. Der Applaus fiel selten lauwarm aus. Auf dem Spielfeld des Schauspielhauses ging Albert Ostermaiers "Ein Pfund Fleisch" frei nach Shakespeares "Kaufmann von Venedig" in sportlichen eineinhalb Stunden über die Bühne.
+++ Ein Bankerdrama frei nach Shakespeare +++
Regisseur Dominique Schnizer hat sich für eine coole Szenerie entschieden, die mit einer von der Decke hängenden Schweinehälfte an ein Kühlhaus erinnerte. Darin umkreisen sich der jüdische Banker Shylock (Dominique Horwitz) und Investmentbanker Antonio (Michael Prelle), der seinem Freund Bassanio (Stefan Haschke) einen Liebesdienst erweisen will. Um Geld für seine Brautwerbung bei der jungen Portia locker zu machen, verspekuliert er viel Geld und setzt das eigene Herz. In dieser klinischen Szenerie, in der sich die Männer ihren Ritualen von Macht und Ohnmacht hingeben, die so glatt sind wie die Bügelfalten ihrer Anzüge, soll vieles entkernt und verheutigt sein.
Was vielversprechend beginnt, endet recht blutarm. Es liegt nun einmal keine Spannung darin, statisch herumstehendem Personal bei Telefonieren zuzuschauen.
(asti)















