Umstrittene Preisträgerin
Philosophin Butler nimmt Adorno-Preis entgegen
Laut Kuratorium ist Judith Butler "eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit". Der Zentralrat der Juden erhebt schwere Vorwürfe.
Frankfurt/Main. Die US-amerikanische Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Judith Butler nimmt heute (Dienstag/17.00) in der Frankfurter Paulskirche den Adorno-Preis entgegen. Die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert und wird seit 1977 alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt vergeben. Er ist nach dem Philosophen Theodor W. Adorno (1903-1969) benannt.
+++ Frankfurt steht hinter Judith Butler +++
+++ Zentralrat der Juden gegen Preisverleihung an Judith Butler +++
Butler sei "eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit", hieß es in der Begründung des Kuratoriums. "Für Fragen über Identität und Körper sind ihre Schriften maßgeblich und werden weltweit rezipiert."
Nach der Bekanntgabe hatte es Proteste von jüdischer Seite gegeben. Der Zentralrat der Juden in Deutschland warf der ebenfalls jüdischen Intellektuellen vor, sie rufe zum Boykott gegen Israel auf und halte Hamas und Hisbollah für legitime soziale Bewegungen. Butler sprach von einer Verleumndung und einem Missverständnis.















