Musik nach der Arbeit
Hamburg. Irgendwie komisch, die Musikhalle schon am frühen Abend zu betreten. Und dann noch durch den Bühneneingang! Aber heute läuft ja sowieso alles ein bisschen anders als sonst: Statt Hochglanz-Tickets gibts an der Kasse perforierte Pappschnipsel mit Programmkino-Charme; die Abendgarderobe ist zu Hause im Schrank geblieben. Ja, man trägt Alltagsklamotten hier und hängt sie auch gleich selber auf. Nicht im Großen oder Kleinen Saal, sondern im sehr kleinen Studio E, wo der Besucher sein Gläschen Sekt gerne mit auf den Platz nehmen darf.
Lockeres Lauschen lautet die Losung der "Backstage Concerts", mit denen sich die Musikhalle seit Anfang der Saison an die Bedürfnisse von termingeplagten Berufstätigen wendet: Wer keine Zeit für einen "richtigen" Konzertbesuch findet, bekommt hier die Möglichkeit, dem Tagesgeschäft gleich nach Dienstschluss bei klassischen Klängen und entspannter Atmosphäre für eine Stunde zu entfliehen. Zum Beispiel in Richtung Mittelmeer, wohin die Mezzosopranistin Maite Beaumont die rund 100 Besucher am Mittwoch mit einem spanisch gefärbten, schlicht hinreißenden Liederabend entführte.
Vorbild für die erfolgreiche Musikhallen-Reihe sind die so genannten Lunchkonzerte, die der Verein "Kammerkunst" seit nunmehr vier Jahren im Säulengang der Handelskammer veranstaltet: Jeden Donnerstag um zwölf Uhr findet hier ein ebenfalls sehr bunt gemischtes Publikum zusammen, um nach absolvierter Schnäppchenjagd, getaner Arbeit oder einer Sightseeing-Tour einen erholsamen Abstecher ins Reich der Kammermusik zu unternehmen.
Das Schöne daran: Er kostet auch nur eine halbe Stunde Zeit - der Eintritt ist frei. (Stä)



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