Trauerfall
Plattdeutscher Autor Reimer Bull ist tot
Bull, der für sein Engagement um das Plattdeutsche mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde, starb am Mittwoch im Alter von 78 Jahren.
Kiel. Der plattdeutsche Autor und Sprecher Reimer Bull ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Mit Bull habe der Norden in dieser Woche nach Konrad Hansen und Irmgard Harder "die dritte wichtige Person der niederdeutschen Sprache und Literatur" verloren, reagierte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Freitag betroffen. "Schleswig-Holstein trauert um drei große Persönlichkeiten." Bull, der für den NDR viele Texte las und dadurch einem großen Publikum bekannt wurde, starb am Mittwoch in Langwedel (Kreis Rendsburg-Eckernförde).
Der gebürtige Dithmarscher übertrug unter anderem Siegfried Lenz' "Geschichten aus Bollerup" ins Plattdeutsche ("Geschichten ut Bollerup"). In den vergangenen 25 Jahren veröffentlichte Bull viele Geschichten, in denen seine Verbundenheit mit dem Norden immer wieder durchschimmert. Für seine Verdienste um die plattdeutsche Sprache erhielt er den Fritz-Reuter-Preis, die "Lornsen-Kette" des Heimatbundes Schleswig-Holstein und den Niederdeutschen Literaturpreis der Stadt Kappeln. Seine Heimatstadt Marne verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft. Noch in diesem Jahr bekam er den Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein.
"Mit Witz, Lebensklugheit und einem Spürsinn für die lichten und dunklen, vor allem aber auch denkwürdigen Momente verstand er es wie kein anderer, humorvoll zu schildern und gleichzeitig nachdenklich zu stimmen", würdigte der Quickborn-Verlag seinen gestorbenen Autor. (dpa)















