05.09.12

Kunsthalle Hamburg

Sonderausstellung zu 15 Jahren Galerie der Gegenwart

Längst gehört sie zu Hamburg wie der Michel und die Alster. Am Wochenende lockt eine Sonderausstellung zu ihrem 15-jährigen Bestehen.

Foto: dpa/DPA
Sammlungspräsentation 15 Jahre Galerie der Gegenwart
Ein Besucher der Kunsthalle Hamburg betrachtet Siebdrucke von Andy Warhol. Im Vordergrund ist die Serie "Campbell`s Soup II" zu sehen. Die Bilder gehören zu einer Sonderausstellung der Galerie der Gegenwart anlässlich des 15-jährigen Bestehens

Hamburg. Längst gehört er zu Hamburg wie der Michel und die Alster: der weiße Kubus des Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers (1926-2007). Das quadratische Gebäude zwischen Binnen- und Außenalster schaffte 1997 Platz für die Gegenwartskunst und ergänzte damit die beiden historischen Gebäude der Hamburger Kunsthalle. Mit einem neuen Einblick in die Sammlung mit Werken von Gerhard Richter, Thomas Schütte, Sigmar Polke, Sophie Calle, Rosemarie Trockel, Andy Warhol und Bruce Nauman feiert die Galerie der Gegenwart an diesem Wochenende ihr 15-jähriges Bestehen. Außerdem hat die Hamburger Künstlergruppe Baltic Raw ein Künstlerdorf auf dem Plateau zwischen der Galerie der Gegenwart und dem Altbau errichtet.

"Als die Galerie der Gegenwart vor 15 Jahren eröffnete, war sie das einzige Haus für zeitgenössische Kunst in Hamburg und es gab eine Diskussion, ob man so ein Haus überhaupt braucht. Diese Diskussionen sind lange vorbei", sagte am Mittwoch Petra Roettig, die die Galerie zusammen mit Brigitte Kölle leitet. Mit 5600 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist sie eines der größten Ausstellungshäuser für Gegenwartskunst in Deutschland. Obwohl es keinen festen Erwerbsetat gibt, konnte in den vergangenen Jahren mit Hilfe von Sponsoren und Stiftungen "eine Sammlung aufgebaut werden, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht", sagte Kölle.

+++ Jubiläum mit großen Namen +++

Dabei sei es ein wichtiges Konzept, die eigene Sammlung für Gegenwartskunst in immer neuen Zusammenhängen zu präsentieren. Zum 15-jährigen Jubiläum sind im zweiten und dritten Obergeschoss Werkkomplexe von 15 Künstlern zu sehen, die Sammlungsschwerpunkte bilden. Den Anfang macht Bruce Nauman mit der Neonleuchten-Skulptur "Marching Man" von 1985. Dem US-Konzeptkünstler war 1998 eine der ersten Einzelausstellungen gewidmet. Weiter geht es mit Werken von Gerhard Richter (geb. 1932), angefangen mit "Oswald" (1964) über abstrakte Werke wie "192 Farben" (1966) und "Vermalungen-grau" (1972) bis zu "Familie Schmidt" (1964). Das berühmte Bild "S mit Kind" (1995) ist derzeit an das Centre Pompidou in Paris ausgeliehen.

Auf den Raum mit riesigen Gemälden von Georg Baselitz (geb. 1938) folgt ein Komplex mit Werken von Rosemarie Trockel (geb. 1952), die die Künstlerin selbst zusammengestellt hat: Fotografien von Hunden neben gestrickten "Sturmhauben" mit Playboy-Hasen und Hakenkreuzen. Dank einer Schenkung aus der Sammlung Sohst konnten die frühen Erwerbungen zu Thomas Schütte (geb. 1954) wie "United Enemies" (1993) um "Eispavillon" (1987) und drei Zyklen wie "Großes Theater" (1980) ergänzt werden.

Ein weiterer Sammlungsschwerpunkt liegt auf Werken von Sigmar Polke (1941-2010). Zum Abschied des früheren Kunsthallen-Direktors Uwe M. Schneede und zur Begrüßung seines Nachfolgers Hubertus Gaßner hatten Hamburger Bürger der Kunsthalle das Gemälde "Flucht Schwarz, Rot, Gold" (1997) geschenkt.

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