Konzert im Stadtpark
Bodo Wartke feiert mit 4000 Fans und Gästen
Der Musikkabarettist brilliert auf der ausverkauften Stadtparkbühne nicht nur mit "Ich denke, also sing ich", sondern auch als Entertainer.
Hamburg. Der Wettergott meinte es gut mit Bodo Wartke und seinen Fans. Der ausgezeichnete Kleinkünstler wählte die Schönwettervariante mit 20-minütiger Verzehrpause, um am Freitagabend sein allererstes Soloprogramm feierlich im großen Rahmen zu beerdigen. Die 4000 Stadtpark-Besucher blieben von oben her trocken und hatten ihren Spaß. Dass Wartke, der vor 14 Jahren auf dem Brettl SchlapplachHalde in Rotherbaum zum ersten Mal "Ich denke, also sing' ich" angestimmt hatte, auch ein Mann für die große Bühne ist, zeigte der Entertainer unter Deutschlands Musikkabarettisten mit der dreiköpfigen SchönenGuten A-Band und ausgewählten Gästen.
Sein Liebeslied "ich trau mich nicht" intonierte er mit dem Trio als Chor, beim Song "Teenager zu sein" ("Teenager In Love") gab der gebürtige Hamburger und Wahlberliner, schnieke im vertrauten dunklen Anzug und gelbem Hemd, den Rock 'n' Roller."Ich hab Lust, zu tanzen. Ist ja heute ein Stehkonzert" schmeichelte Wartke sich und seinem Publikum. Das bestand aus einer bunten Mischung von Kleinkind bis zum Best Ager.
Sein gereimtes Hörspiel vom "Ritter Lanzelot" gefiel Groß und Klein, wichtig dabei: "König Artus - gib' den Startschuss!" Doch fanden seine leisen Lieder wie "Warum nich'? in den hinteren Reihen nicht immer die gebührende Aufmerksamkeit,
Passend dazu spielte Wartke, nun im roten Hemd, nach der Pause "Hört ma' zu!" Spätestens sein schwarzhumoriger Hit "Ja Schatz!" brachte dem Klavierkabarettisten die volle Aufmerksamkeit zurück.
Dass danach sein Kollege Sebastian Krämer die große Bühne bekam, war nur eine ironische Note des Abends. Wartkes Duette mit Sängerin Melanie Haupt, die sich zu "Quand meme" gespielt lasziv auf dem Flügel räkelte, und mit Geigerin Sonja Firker bildeten schöne Kontraste und unterstützten Wartkes virtuoses Klavierspiel.
Ein gereimter Hip-Hop-Battle von Krämer und Wartke "als Back-up-MC" am Klavier wurde zu einem spontanen Highlight des Abends. Wartkes Lied "Der Gaffer" über eben jene Mentalität ist zeitlos gut. Beim "PCdenzfall" ließ Wartke den Blues-Boy raus, ohne sich "verappeln" zu lassen. Und mithilfe seiner Band verwandelte er den Stadtpark sogar in einen Gospel-Halbrund: "Believe in Steve" (Jobs) gehört eigentlich zu seinem dritten Soloprogramm "Noah war ein Archetyp", aber das sahen weder Wartke noch seine Fans so eng.
Und das Wetter? "Regen" gab es schließlich nach fast drei Stunden doch noch - als Zugabe in einer stimmungsvollen Reggae-Version mit seiner SchönenGuten A-Band.
















