Eventkultur
Kamerun: "Die Stadt verkaspert sich in Schauspektakeln"
Der Hamburger Musiker Schorsch Kamerun kritisiert "Biermarkensauffeste, Schlagermusikaufmärsche, Citywettrennen, Motorenkämpfe."
Hamburg. Der Hamburger Musiker, Autor, Theaterregisseur und Klubbetreiber Schorsch Kamerun hat seiner Meinung nach in Hamburg "explodierende Eventveranstaltungskultur" massiv kritisiert. Diese starke, raue Stadt "verkaspert sich selbst und ihre unterforderten Bürger in braven Schauspektakeln", sagte Kamerun. Hamburg verknüpfe seine Zukunftsperspektive zu eng mit dem Hafen als "Tor zur Welt". Deshalb entstünden dort auch die Leuchtturmprojekte, die Elbphilharmonie, die Hafencity.
In immer dichterer Frequenz "fackeln hier die repräsentativen Riesenveranstaltungen", sagte Kamerun. Hamburg verschenke so seine markanten Vorzüge durch "biederste Kreuzfahrtwerbespektakel an Hunderttausende Kurztripgaffer". So werde jedes Wochenende aufs neue Platz gemacht "für gröbste Biermarkensauffeste, Schlagermusikaufmärsche, Citywettrennen, Motorenkämpfe" und allem, "was sich unter Getöse durch den Hafen pressen" lasse.
Kamerun kritisierte auch, dass "mitten im erschöpften St. Pauli" mit dem sogenannten Entertainmenthaus ein kompletter Theaterproduktionskomplex entstehe, in dem keine Bühnenprogramme für die Bewohner einstudiert würden, "sondern exklusiv für die fortschwimmenden Aida-Schiffspaläste" produziert werde.
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Langfristig würden solche Projekte Hamburg schaden, weil selbst die Reisebuskarawanen nur dort vorbeizögen, "wo es echt was zu sehen gibt", sagte Kamerun. Wenn Hamburg so weitermache, verscherbele es "mit all diesen kurzlebigen Blendkerzen seine weitreichende Eigenständigkeit".















