St. Pauli Theater
Mit Gustav Peter Wöhler und Kuba-Songs in die neue Saison
Bei der Gala im St. Pauli Theater überzeugt Reynaldo Creagh mit starker Stimme, Schauspieler Wöhler überrascht im Duett mit Popette Betancor.
Hamburg. Das Cafe Royal Salonorchester spielte noch einmal auf. Zu ihrem vielschichtigen Gypsy-Swing tanzten fast alle Beteiligten des Abends ausgelassen. Die Musik der Sinti-Familie Weiss aus Wilhelmsburg rundete die Gala zur Eröffnung der 172. Spielzeit des St.-Pauli-Theaters ab.
In zweieinhalb Stunden präsentierte Schauspielerin Adriana Altaras, der die Intendanten Thomas Collien und Ulrich Waller erstmals die Moderation anvertraut hatten, unter den Augen von Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Dorothee Stapelfeldt (SPD) Programmperlen und brandneue Stücke. Während Altaras' Duett "Ist es Liebe?" mit Gustav Peter Wöhler aus "Anatevka" wohlvertraut klang, stimmte der singende Schauspieler mit Chansonnette Popette Betancor gefühlvolle neue Lieder an. Deren Kompositionen "Angst" und "Wenn es Nacht wird" müssen erst noch Eingang in den Spielplan finden. Die "Nacht-Tankstelle" mit Peter Franke und Victoria Fleer wird es im Dezember wieder.
+++ The Bar at Buena Vista: Lasst alte Männer um uns sein +++
Die kubanische "Bar at Buena Vista" hat schon vom 30. August an geöffnet. Son- und Senior-Sänger Reynaldo Creagh zeigte, dass man(n) auch mit 94 Jahren stark bei Stimme sein kann - Ruhepausen im Schaukelstuhl vorausgesetzt. Sein Pianist Guillermo "Rubalcaba" Perez Camejo, erst 85, unterhielt derweil mit einer ungewöhnlichen Version von "Guantanamera". Schöne Kontraste dazu bildeten die jungen Oldenburger Musikkabarettisten Simon & Jan mit sanftem Gitarrenspiel und frechen Texten ("Du bist Buddhist") sowie Satire-Bär Matthias Deutschmann. Der Freiburger spottete, ob wohl die Elbphilharmonie das Eröffnungsrennen mit dem Berliner Großflughafen noch gewinnen könne. Dass sie auch wunderbar singen kann, zeigte die langjährige Thalia-Schauspielerin Angelika Thomas ("Echo de la Luna" ) mit Klavierbegleiter Mathias Stötzel. Die finale Lachnummer war Bauchredner George Schlick. Er gehört eigentlich ins Hansa-Variete-Theater, aber das sahen am Eröffnungsabend im St.-Pauli-Theater weder die Intendanten noch die Zuschauer so eng. Es folgen ja noch genug Dramen am Spielbudenplatz.
















