Ohnsorg-Theater
"Der verkaufte Großvater": Opa ist der Beste
Die Pointen sitzen. Uwe Friedrichsen spielt als "Verkaufter Großvater" am Ohnsorg-Theater auch seine komödiantischen Trümpfe aus.
Hamburg. Es ist ein Kreuz mit Opa. Niemand kann den Alten am Anfang ausstehen: Sohn Hannes, der klamme Bauer Kulenkamp (Manfred Bettinger), leidet unter dem Sturkopp; Magd Katrin (Beate Kiupel) hat seine Faxen dicke und kündigt; auch Enkel Schorsch (Nils Owe Krack) meutert. Doch als der unwürdige Greis erfährt, dass der Hof in Gefahr ist, wendet sich das Blatt: Er lässt sich zum Schein auf den Handel ein, für 1000 Mark in den Besitz des Großbauern Fiesebarg überzugehen. Nomen est omen in Franz Streichers köstlicher Erbschleicherposse "Opa warrt verköfft". Denn Fiesebarg (Frank Grupe) hat ein Vermögen mit Betrügereien gemacht und will sich noch Opas Häuser unter den Nagel reißen. Zähneknirschend bedienen er uns sein gieriger Drachen von Frau (Edda Loges) den launischen Alten, um im Testament bedacht zu werden.
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Doch Opa haut die geldgeilen Halunken übers Ohr. Der betrogene Betrüger muss dem jungen Liebespaar seine Segen geben und Opa ist schließlich der Beste. Die nun vierte Aufführung des Schwank-Klassikers am Ohnsorg besticht durch Frische, Humor und Schwung. Vor allem gleitet sie nie in oberflächlichen Klamauk ab. Denn Regisseur Wilfried Dziallas und die Schauspieler nehmen die Figuren und Situationen ernst.
Die Pointen sitzen und der Slapstick funktioniert perfekt – auch weil Uwe Friedrichsen sich keine Sekunde über seine Figur erhebt, sondern sie mit prallem Leben, mit Schlauheit und Witz füllt. Es ist ein Vergnügen, seiner präzisen Charakterisierungskunst und ungebrochenen Spiellust im Reigen seiner glänzenden Kollegen zuzusehen. Opa ist der beste.
Weitere Vorstellungen bis 6. Oktober, Ohnsorg-Theater (S/U Hauptbahnhof), Heidi-Kabel-Platz 1, Karten unter T. 35 08 03 21; www.ohnsorg.de















