CD: "Amoretti"
Christiane Karg stellte Album in Blankeneser Villa vor
Die Sopranistin gab einen Vorgeschmack auf ihr neue CD "Amoretti" und verfügte auch auf kleinem Raum über Präsenz und Ausdruckskraft.
Hamburg. Dem Stamm-Publikum der Hamburger Staatsoper dürften Stimme und Gesicht von Christiane Karg noch in Erinnerung sein, denn an der Dammtorstraße war die Sopranistin bis vor einigen Jahren Mitglied des Opernstudios. Diese Lehrjahre in kleineren Rollen sind vorbei. Karg ist Ensemblemitglied der Frankfurter Oper, hat interessante Auftritte unter anderem bei den Salzburger Festspiele vorzuweisen, sie ist international etabliert.
Auf welchem Niveau Karg sich mittlerweile mit selbstverständlich wirkender Sicherheit bewegt, das bewies, wenn auch unter akustisch leicht kuriosen Umständen, ein Konzert, das Karg in ihrer Moderation ebenso ausdrücklich wie augenzwinkernd "kein Konzert" nannte: In der Blankeneser Villa des edel-Chefs Michael Haentjes stellte Karg ihre neue CD "Amoretti" vor, für die sie frühe Mozart-Arien mit Raritäten von dessen Zeitgenossen Gluck und Grétry kombiniert hat – allerdings ohne Orchester und in der Länge auf Salonformat gestutzt, begleitet von ihrem CD-Dirigenten Jonathan Cohen am Klavier und vor gut 80 geladenen Journalisten und Gästen.
Dieser Vorgeschmack auf den Silberling war trotz der Bonsai-Fassungen voll und ganz überzeugend, weil Karg auch auf zu kleinem Raum über Präsenz und Ausdruckskraft verfügen kann: Bestechende Intonation und Sinn für melodische Linien sind zwei große Stärken dieser Sängerin. Und das CD-Projekt hält (wenn man es so hört, wie es gedacht ist), was die charmante programmatische Idee verspricht. Eine Entdeckung also im doppelten Sinne für alle, die Karg noch nicht gehört haben.
CD: "Amoretti". Christiane Karg, Arcangelo, Jonathan Cohen (Berlin Classics)















