20.08.12

Scott McKenzie

Die Stimme der Flower-Power-Generation ist tot

Scott McKenzie landete mit "San Francisco" einen Welthit. Am Sonnabend starb er im Alter von 73 Jahren.

Foto: picture-alliance / SCHROEWIG/CS/SCHROEWIG/News & Images

Litt die letzten Jahre an einem Nervenleiden: Scott McKenzie, langjähriges Mitglied der The Mamas & The Papas, ist tot

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Los Angeles. "If you are going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair": 1967, Flower Power, Vietnamkrieg und Scott McKenzie sang ein Lied, das wie kaum ein anderes das Lebensgefühl einer ganzen Protestgeneration transportierte.

Über Nacht wurde er damit zu einer der prägendsten musikalischen Stimmen der Hippie-Bewegung, auch wenn er den Song gar nicht selbst geschrieben hatte. Der Text des Liedes, das für Menschen auf der ganzen Welt den Inbegriff von Freiheit symbolisierte, stammte eigentlich von John Phillips, dem Songwriter und Sänger der Popgruppe The Mamas and The Papas. Doch es war McKenzies Stimme, die das Publikum auch Jahrzehnte nach dem "Summer of Love" noch zum Mitsingen brachte.

Von San Francisco nach Kokomo

Für McKenzie war es der einzige Hit, wenn auch einer der richtig großen. Als Songwriter war er auch an dem Song "Kokomo" beteiligt, mit dem die Beach Boys 1988 die Nummer Eins der US-Charts eroberten. Auch an "Kokomo" wirkte Phillips mit, mit dem McKenzie eine jahrzehntelange musikalische Freundschaft verband. Gemeinsam waren sie bereits in den 1950ern und frühen 1960er Jahren in einer Reihe von Bands aktiv, bis Phillips schließlich The Mamas and The Papas mitbegründete und mit ihnen Hits wie "California Dreamin'" und "Monday, Monday" herausbrachte.

Doch auch die Zusammenarbeit mit McKenzie, der sich als Solo-Künstler versuchen wollte, blieb bestehen. Und im Mai 1967 kam "San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)" heraus, das den "Summer of Love" in der kalifornischen Hippie-Hochburg perfekt untermalte. Auch wenn er laut McKenzie eigentlich gar nicht von der Stadt handelte, sondern viel mehr ein Lebensgefühl beschreiben sollte, das Phillips beim von ihm mitorganisierten Popfestival von Monterey erlebt hatte.

Doch die Solo-Karriere des 1939 unter dem Namen Philip Blondheim geborenen McKenzie wollte trotz des weltweiten Erfolgs der Flower-Power-Hymne nicht recht abheben. Mit "Like an Old Time Movie" gelang ihm zwar noch ein weiterer – wenn auch kleinerer – Erfolg. Erdrückt vom schnellen und vergänglichen Ruhm stieg er aber Ende der 1960er Jahre aus dem Musikgeschäft aus und zog sich in den Ort Joshua Tree in der kalifornischen Wüste zurück, wo er Biografen zufolge barfuß umherlief und mit Kakteen und Bäumen sprach. Anschließend verließ er Kalifornien und zog zehn Jahre lang an die US-Ostküste.

Auf Tour mit The Mamas and The Papas

1986 formierten sich The Mamas and The Papas neu und John Phillips holte diesmal auch seinen alten Weggefährten McKenzie mit ins Boot. Er begleitete die Band noch bis in die 90er Jahre auf weltweiten Tourneen. Erst als sowohl Phillips als auch alle anderen Gründungsmitglieder die Band verlassen hatten, lösten sich The Mamas and The Papas schließlich auf. Durch die Beliebtheit seines großen Hits war er auch nach der Jahrtausendwende immer noch ein gern gesehener Gast bei Oldie-Shows im Fernsehen – unter anderem in Deutschland.

2009 nahm er mit Denny Doherty von The Mamas and The Papas "Gone to Sea Again" und damit seinen letzten Song auf, bevor er sich endgültig aus dem Musikgeschäft zurückzog. Seit 2010 litt McKenzie am Guillain-Barré-Syndrom, einer Erkrankung der Nervenbahnen, wegen der er in fast ständiger medizinischer Behandlung war. Am vergangenen Samstag verlor er den Kampf gegen die Krankheit und starb in seinem Haus in Los Angeles. Er wurde 73 Jahre alt. (dapd)

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