Konzert im Stadtpark
Stefan Gwildis: Es ist Sonnenschein, wenn er singt
Stefan Gwildis, der Soulbruder der Hamburger Herzen, lässt es im ausverkauften Stadtpark vor 4500 Besuchern gewohnt locker angehen.
Hamburg. Allen Anschein nach bist du es, Sommer. Hast du auch endlich in den Stadtpark gefunden? 4500 Besucher sind schon da, die älteren Semester stehen hinten und vorne vor dem Fotograben tollen Dutzende Kinder im Gras. Alle sind froh, dass das Wetter besser ist als vor zwei Jahren. Damals gallerte es in einer Tour von oben.
+++ Stefan Gwildis: Der Sound der inneren Stimme +++
Aber am Sonnabend kann Stefan Gwildis mit einer seiner vom Sperrmüll geretteten Fahrräder nach Winterhude zockeln, an der neunköpfigen Band vorbei einparken und einen los lassen: "Wer los lässt, hat die Hände frei." Wer die Hände frei hat, kann die Musik so laut machen, wie er kann. Darf. 90 Dezibel werden am Mischpult angezeigt. Einige Kinder an der Bühnenkante halten sich die Ohren zu. Liebe Eltern: Immer schön für Gehörschutz ("Micky-Mäuse") sorgen. Aber es klappt auch so mit dem Deutsch-Soul-Familienfest.
"Extreme Muckeligkeit" herrscht, wenn Gwildis "Du bist wieder da" in das Mikro kratzbürstet. "Du bist wieder da" murrt eine Dame leicht enttäuscht, als der Gemahl Wein bringt und katzbuckelnd schnurrt. Der Gwildis sieht ja auch gut aus in seinem Anzug von Policke. Rrrrr. Was geht, Muschikatz? "Wenn die Flut kommt", geht es der Sonne hinterher. "Wunderschönes Grau" wird nur besungen. Der Soul rollt "Durch die Nacht", der Blues schleppt ("Es wär mir egal"), der Swing schwooft ("Sie lässt mich nicht mehr los"), der Gospel wird gepredigt - Hallelujah! - und der Mardi Gras marschiert über den Rasen.
"Schön, schön, schön": Mit entspechend sonnigem Gemüt strömen die 4500 erleuchtet nach 150 Minuten und "Lass ma' ruhig den Hut auf" zu den Ausgängen. Stefan Gwildis hat es, hat sie, hat sich mal wieder geschafft. Aber locker. "Sowas kanns' nich lernen."
















