11.08.12

Konzert

Jamaican Legends - Reggae im Blut

Die Hamburger Band I-Fire und vier Ausnahmemusiker der Jamaican Legends spielen in der Fabrik populäre Musik von der Karibikinsel.

Foto: picture alliance / Jazzarchiv/JAZZ ARCHIV HAMBURG
I-Fire - Konzert am 16.04.2012 in Hamburg, Fabrik
Die Hamburger Band I-Fire musiziert im Geist von Reggae-Legende Bob Marley und heizt als Vorgruppe ein

Fabrik. Wenn die Rede auf Jamaika und Musik von der Karibikinsel kommt, fällt zuerst immer der Name Bob Marley. Wie niemand sonst symbolisiert der 1981 an Krebs gestorbene Sänger und Gitarrist den auf Jamaika kreierten Reggae. Durch die Entwicklung von Ska und Reggae kam das 1962 unabhängig gewordene Land auf die Landkarte populärer Musik. Nicht nur Bob Marley ist zur Legende geworden, die Geschichte Jamaikas ist voll von außergewöhnlichen Musikern. Vier dieser verehrten Künstler stehen an diesem Sonntag gemeinsam auf der Bühne der Fabrik: "Jamaican Legends" heißt dieser Abend.

Doch Marley hat überall auf der Welt Anhänger für seine entspannte Musik mit ihren Friedensbotschaften gefunden. In Hamburg haben sich 2004 ein paar Musiker zusammengefunden, die im Geiste Marleys musizieren, ihre Texte aber auf Deutsch schreiben. I-Fire nennt sich das Kollektiv, das die Sänger Robert Schlepper und Fritz Kschowak und der Gitarrist Marcus Arnold gegründet haben und das inzwischen auf neun Mitglieder angewachsen ist. Drei Alben hat die Hamburger Band bereits aufgenommen, auf vielen wichtigen Reggae-Festivals wie dem Summerjam in Köln und dem Chiemsee Reggae Summer sind sie aufgetreten. I-Fire hat an diesem Sonntag die Aufgabe, in der Fabrik als Vorgruppe das Publikum schon mal in Stimmung zu bringen. Für die Hamburger sicher eine große Ehre, denn nach ihnen kommen echte Legenden auf die Bühne.

+++ Parasitenart nach Reggae-Sänger Bob Marley benannt +++

Wie Sly & Robbie. Wenn man Musiker aus Rock, Jazz und Reggae nach der besten Rhythmusgruppe der Welt befragte, würden viele antworten: Sly & Robbie. Dahinter verbergen sich der Schlagzeuger Sly Dunbar und der Bassist Robbie Shakespeare. Ein knochentrockener Bass und das federnde Schlagzeug sind das Markenzeichen der beiden, die an Zigtausenden von Song-Produktionen beteiligt gewesen sind. Die Schätzungen reichen von 50 000 bis zu 200 000, genau kann das niemand zählen.

Bekannt wurden Sly & Robbie als Mitglieder von Black Uhuru, einer Reggae-Band der zweiten Generation um den Sänger Michael Rose, dessen Sound sie entscheidend prägten. Sehr bald wurden andere Pop- und Rockgrößen auf dieses mit der Präzision eines Metronoms musizierende Duo aufmerksam. Joe Cocker holte sie für sein Album "Sheffield Steel" ins Studio und auch Mick Jagger, Grace Jones, Madonna, Bob Dylan und selbst der Chansonnier Serge Gainsbourg sicherten sich die Dienste der "Riddim Twins". Sly & Robbie waren auch entscheidend an der Entwicklung von Dub beteiligt und haben in ihrer langen Karriere verschiedene Stile zusammengebracht wie Dancehall-Reggae und Latin Jazz.

Als Pianist sollte an diesem Abend Monty Alexander dabei sein, einer der herausragenden Jazzpianisten der vergangenen 50 Jahre. Doch der 68 Jahre alte Alexander ist erkrankt, für ihn springt der Keyboarder Tyrone Dawnie ein. Dawnie trägt das Erbe von Bob Marley weiter, denn er hat viele Jahre in der Band des Reggae-Königs gespielt. Später hat er mit Größen wie Peter Tosh und Burning Spear und auch mit Sly & Robbie musiziert.

Letzter im Legenden-Verbund ist Ernest Ranglin. Der Gitarrist ist mit 80 Jahren der älteste dieses Quartetts. Seine Karriere hat in den 50er-Jahren begonnen, als er in diversen Hotel-Bands auf Jamaika Touristen unterhielt. Ranglin gehört zu den Veteranen des Ska, er zeichnete als Produzent für Pophits wie "My Boy Lollipop" (1964 für Millie Small) verantwortlich und war bei den Aufnahmen der "Rivers Of Babylon" dabei, mit dem Boney M. in den 70er-Jahren einen Megahit hatten.

Diese vier Ausnahmemusiker werden zeigen, warum Jamaika bis heute ein kreatives Zentrum populärer Musik ist. Denn neben Dub und Reggae hat es immer wieder neue Mischformen aus Calypso, Afro-Cuban-Funk und Latin Jazz gegeben. Jeder dieser vier Musiker hat seinen Teil zur Weiterentwicklung dieser rhythmusbasierten Musik "made in Jamaica" beigesteuert. Könnte zumindest musikalisch ein sonniger Abend in Ottensen werden.

Jamaican Legends So 12.8., 21.00, Fabrik (S Altona), Barnerstraße 36, Karten 26,50; Internet: www.fabrik.de

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