Festival
Kampnagel: Leinen Los! Bühne frei!
Das Sommerfestival 2012 auf Kampnagel startete vielversprechend: mit einer subversiven Hafenrundfahrt, Theater, Tanz und warmen Worten
Hamburg. Der Sommer spielte zumindest am Eröffnungsabend des Internationalen Sommerfestivals mit. Die subversiv angelegte Hafenrundfahrt "Die Ausgedehnten – eine Hafenkonzertrundfahrt über Wachstumsgrenzen (ohne Luft nach Oben) verlief trocken, - wenn auch zumindest beim Senatsempfang wohl anders als geplant. Die Luft war tatsächlich auf dem Sonnendeck am besten. Der Sound auch. Wenn man das Gebräu aus Geräuschen, Verzerrungen, Pfeiftönen, entfacht von Schorsch Kamerun und vereinzelten Wutausbrüchen wie "Ich protestiere!" des tapferen Fabian Hinrichs denn Sound nennen will. Die Ironie verlor am Ende gegen die Idylle der Kulisse – und gegen das Mitteilungsbedürfnis vieler Besucher.
+++ Von Hartz hat Vertrauen in das Hamburger Publikum +++
+++ Internationales Sommerfestival 2012: Die Highlights des Programms +++
Die Kultursenatorin trotzte ihrer Erkältung und kam ins Festivalzentrum auf Kampnagel mit warmen Worten an den scheidenden künstlerischen Leiter des Festivals, Matthias von Hartz, und zeigt sich stolz, dass er als Hamburger in Zukunft die stagnierende Kunstszene in Berlin aufmische. Mit Verspätung startete die Kunst. Arpad Schillings "Die Priesterin" ein formal etwas hölzernes Drama um Lehrmethoden, Glauben, Minderheiten und den Gegensatz von Stadt und Land, überzeugte dank des Einsatzes toller überwiegend jugendlicher Laiendarsteller. Boris Charmatz' dynamisch sich wiederholende Körperskulptur "Levée des conflits" begeisterte mit einem konsequenten Konzept und energetischen Tänzern.















