Laeiszhalle
Bitte Füße abtreten - neuer Boden für Konzertsaal
Bretter, die die Welt bedeuten: Der große Saal der Laeiszhalle bekommt zu Saisonbeginn einen nagelneuen Bühnenboden. 250 Quadratmeter verlegt.
Hamburg. Auch Bretter, die die Welt bedeuten, müssen ab und an mal ausgewechselt werden. Die Laeiszhalle nutzt gerade die Sommerpause, um die Bühne ihres großen Saals mit einem komplett neuen Boden zu belegen. 250 Quadratmeter helles kanadisches Kiefernholz (Oregon Pine) wurden dieser Tage auf die Bühne und für neue Podeste im Chorbereich und an den Seiten aufgebracht. Weil Holzarbeiten bekanntlich scheußlich stauben, liegen die Sessel im Parkett, auf den Rängen und Balkonen dick verschnürt unter graugrünen Plastikplanen, was der Laeiszhalle mit ihrem sonst so schön rot schimmernden Gestühl derzeit die Anmutung einer trüben Lagerhalle gibt.
Oregon Pine gilt als das Nadelholz mit der höchsten natürlichen Dauerhaftigkeit. Doch die Verantwortlichen der Laeiszhalle legen nicht nur ihren Sinn für Nachhaltigkeit der von Künstlerschuhen, Flügelrollen und Cellostacheln malträtierten Spielfläche an den Tag. Auch die denkmalschutzgerechte Renovierung des kleinen Erfrischungsraums mit seinem holzvertäfelten 60er-Jahre-Charme sowie eine grundlegende Erneuerung und Modernisierung des Brahmsfoyers gehen jetzt über die Bühne. Ein günstiger Zeitpunkt, denn der Gastronom und Hobbyfotograf Matthias Mramor hat die Bewirtschaftung der Laeiszhalle nach 15 Jahren aufgegeben. Auf ihn folgt zum Saisonbeginn die Firma Hansen & Edel, die die Konzertbesucher auch nach der letzten Zugabe noch zum Bleiben auf einen Wein oder zwei verlocken möchte.
Der neue Bühnenboden kostet rund 70 000 Euro, die Renovierung der Gastronomie-Bereiche etwa 300 000 Euro. Die Elbphilharmonie wird so langsam, die Laeiszhalle wird so langsam immer schöner.















