Neu im Kino
"Der Vorname": Wer wollte sein Kind so nennen?
Die bissige Komödie "Der Vorname" mit Patrick Bruel sorgt für Lachsalven und bringt charmante Geheimnisse an den Tag. Herrlicher Kinospaß.
Klare Sache, der Sohn wird Adolphe heißen, Adolphe mit "phe" und nicht mit "f". Doch der feine Unterschied interessiert an diesem Abend niemanden. Der Vorname löst Entrüstung aus. Das Abendessen im Kreis der Familie eskaliert immer mehr. Die Diskussion darum, ob man sein Kind nach Hitler benennen darf oder nicht, entwickelt sich zum verbalen Schlagabtausch. "Der Vorname" ist eine herrlich frische, auf einem Bühnenstück basierende Gesellschaftskomödie, in der der französische Popsänger Patrick Bruel den angehenden Vater spielt.
"Zuerst haben uns die Deutschen Elsass und Lothringen weggenommen und nun auch noch unsere Vornamen", scherzt Vincent (Bruel). Zu spät. Den Anwesenden ist das Lachen gründlich vergangen. Man nennt sein Kind nicht nach dem Mann, der für eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts verantwortlich ist, auch nicht dann, wenn man den Namen in Frankreich mit "phe" schreibt. Das höre sich ausgesprochen beides gleich an, heißt es scharf.
"Der Vorname" ist ein Kammerspiel, das an Roman Polanskis "Der Gott des Gemetzels" erinnert. Die Regisseure Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte halten bei dem Kampf gekonnt das Gleichgewicht: Nach tiefen Schlägen folgen immer wieder geistreiche und humorvolle Rückzieher.
Delaporte und de la Patellière adaptierten das von ihnen geschriebene Erfolgs-Bühnenstück für das Kino - was in Frankreich die Kassen klingeln ließ und nun auch bei uns ein Erfolg werden soll. Nicht nur, weil neben Patrick Bruel noch ein französischer Star mitspielt: Charles Berling als intellektueller Schwager der Hauptfigur. Die Geschichte bringt so manche Lebenslüge und charmantes Geheimnis an den Tag und sorgt für herzhafte Lachsalven. Ein herrlicher Kinospaß.
"Der Vorname" Frankreich/Belgien 2012, 110 Minuten, ab 12 Jahren, R: Alexandre de la Patellière, Matthieu Delaporte, D: Patrick Bruel, Valérie Benguigui, Charles Berling, Guillaume De Tonquedec, täglich im Abaton (OmU), Holi, Koralle, Passage, Zeise; wwws.warnerbros.de/dervorname
















