iPhone
Hamburger Songwriter finanziert sich mit Spiele-App
Songwriter Wolfgang Müller hat ein Seemanns-Spiel fürs iPhone erfunden. Mit "Sail a Song" will er sein neues Album finanzieren und bekannter werden.
Hamburg. Schön, wenn man noch andere Talente hat, als sehr schöne Gitarrenmusik mit brillanten Texten zu schreiben - zum Beispiel: programmieren. Der Hamburger Singer-Songwriter Wolfgang Müller ist so ein Multitalent, und nun hat er beides verbunden. Er hat ein kleines Spiel für das iPhone programmiert, um die Produktion seiner neuen Platte zu finanzieren, die Ende des Jahres erscheinen soll. "Sail A Song" heißt dieses Spiel, und es hat wiederum mit Musik zu tun.
In "Sail A Song" geht es um einen Matrosen, der seiner Angebeteten die Sterne vom Himmel holen will. In dem Spiel segelt er mit seinem Schiff über ein Notenband und versucht dabei so viele Sterne zu sammeln wie nur irgend möglich.
Das Tolle an dem charmanten Game: Der Spieler kann jeden auf seinem Handy gespeicherten Song als Hintergrundmusik wählen - und je nach Lied fühlt sich "Sail A Song" anders an. Es ist eben ein Unterschied, ob eine sanfte Ballade von Wolfgang Müller im Hintergrund läuft oder ein harter Track von Metallica.
"Dieses Spiel über den kleinen Matrosen wollte ich schon sehr lange machen", sagt Wolfgang Müller, "ich habe sehr viele Konzepte verworfen, bis ich zufrieden war." Ein Jahr lang hat er an dem Spiel gearbeitet. Die Illustrationen hat Tina Polster gezeichnet, von der unter anderem die Cover zu den Platten von Gisbert zu Knyphausen stammen, mit dem Wolfgang Müller bereits mehrfach aufgetreten ist. Müllers aktuelle Platte heißt übrigens passend "Ahoi" - und das gleichnamige Lied dreht sich um einen kleinen Matrosen vor einer großen Reise.
Die intensive Arbeit an "Sail A Song" war für den Musiker eine besondere Erfahrung. "Das Spiel hat ja eine Story", sagt Wolfgang Müller, "und es war für mich sehr interessant, mit diesem Medium eine Geschichte zu erzählen, statt über meine Musik." Ob er mit dem Spiel, das es für 79 Cent im iTunes-Store zu kaufen gibt, das gesamte Geld für seine CD zusammenbekommen wird? "Nein, das glaube ich nicht", sagt er, "aber vielleicht lernen über das Spiel wiederum Leute meine Musik kennen, die bislang noch nicht auf sie aufmerksam geworden sind."
Immerhin rund 10 000 Spiele müsste er verkaufen, um die Platte machen zu können. Da heißt es natürlich: auf Nummer sicher gehen. Deswegen hat Wolfgang Müller auch auf dem Hamburger Crowdfunding-Marktplatz nordstarter.org sein Projekt vorgestellt. Dort kann ihn jeder Fan finanziell unterstützen. Auch wenn er kein iPhone besitzt.
Webhinweise: www.sail-a-song.com und nordstarter.org















