"Beats im Park"
Treffen der Gangster-Generationen im Stadtpark
Der Auftakt des Midsummer Secials im Stadtpark "Beats im Park" glich einer kurzen Zeitreise durch den deutschen Gangster Hip Hop.
Hamburg. Die Legenden und der Nachwuchs verwandelten "Beats im Park" zeitweise in eine Reise durch die Zeit des deutschen Gangster-Hip-Hops. "Seid ihr Down", fragte DJ Ben Kenobi die entspannten Besucher im nicht ganz ausverkauften Stadtpark.
Gemächlich und entspannt fing das "Midsummer Special" an. So entspannt, dass die Gangster mit Feinripp-Muskelshirts bei D-Flame noch alle auf dem trockenen Rasen saßen, so "down" waren sie. Da hatten Megaloh, Boz&Kareem bereits gespielt. Doch nach ein paar aufmunternden Worten des verärgerten Rappers stand dann auch der letzte cap- und sonnenbrillentragende Konzertbesucher auf.
Von da an ging die Zeitreise los. Nach D-Flame erschienen die Stieber Twins aus Heidelberg. Rap aus den frühen Neunzigern schallte dem langsam frischer werdenden Publikum entgegen. Ein Hip-Hop-Fan der älteren Generation mit "Beavis and Butt-Head"-T-Shirt schien erleichtert, Musik aus seiner Gangster-Zeit zu hören. Dass die "Oldschool"-Fraktion das auf- und abschütteln der Arme aber nicht verlernt hatte, machte der Auftritt von Torch und DJ Stylewarz deutlich. Erstmals bewegte sich jeder der rund 4000 Stadtparkgäste zu den "Beats im Park".
Doch auch das eher jüngere Exemplar des Gangster-Rap-Fans kam auf seine Kosten. So leiteten die Lokalmatadoren Nate57 & Telly Tellz die Reise zurück in die Zukunft ein. Das Publikum folgte. Das Niveau jedoch nicht. Das war auf der Reise verloren gegangen. Das sah auch das Wetter so und schickte ein paar mahnende Blitze und einen Platzregen. Doch der darauf folgende Dendemann zeigte in einem Wechsel aus alten und neuen Songs, dass Hip Hop mehr sein kann, als das stumpfe Aufzählen von Wörtern, die in einem schlechten Rap-Film oder auf der Straße aufgeschnappt wurden. Der Rapper mit der rauen Stimme nennt sich nicht umsonst "der beste wo gibt."
Die Reise endete dann beim selbst ernannten "King of Rap" Kool Savas, der seine alten Songs mit den neuen mischte und so die Reise durch die Zeit in der Gegenwart beendete. Seine "Aura" versetzte die Gangster in Feierlaune. Pünktlich um 22 Uhr war dann aber Schluss. "Zugaben gibt's heute nicht."
Jedenfalls keine im Stadtpark. Denyo&Dj Mad legten am späten Abend noch im Uebel und Gefährlich auf. Am Sonnabend geht es im Waagenbau, in der Astrastube und im Fundbureau mit der "Sternbrücken Club Nacht" ab 23 Uhr weiter. Bei "Soul im Park" am Sonntag ab 18 Uhr hält dann Jan Delays Soultrain im Stadtpark. Auch Max Herre, Cassandra Steen und Samy Deluxe werden dabei sein. Aber das ist eine andere Reise.
















