Sommergastspiel
"Familie Malente" lässt es im Ohnsorg-Theater krachen
Am Sonntagabend feierte die "Familie Malente" mit ihrer Schlagerrevue "Mit 17 hat man noch Träume" einen Publikumserfolg in Hamburg.
Hamburg. Tütenlampen, goldglitzernde Wände, ein gigantischer Fernsehapparat: Das Ehepaar Dobermann – sie mit Bienenstockfrisur, er in Rombenstrickjacke – serviert Käse-Igel und lädt zum gemütlichen TV-Abend. Und weil wir die 60-er Jahre haben, singen und tanzen Peter Alexander und Vico Torriani, trällern Hitparadenstars wie Wencke Myhre und Peggy March ihre Songs von "Er steht im Tor" bis zur "Carnaby Street". Und die Zuschauer klatschen, singen und schunkeln begeistert mit. Die Sommergastspiel-Premiere "Mit 17 hat man noch Träume" des Ensembles "Familie Malente" im Hamburger Ohnsorg-Theater ist am Sonntagabend zum Publikumsknüller geraten.
Großen Spaß machte vielen offenbar auch das Reklameraten. Ob Waschmittel, Tabakwaren oder Restaurantketten: Vielen der meist älteren Besucher waren deren Werbeslogans ("Heute bleibt die Küche kalt, heut' geh' ich in den ,Wienerwald'") noch so gegenwärtig, dass sie bei den zahlreichen Sketches mitsprachen. Es war überhaupt ein Abend, der von der Erinnerung zehrte. Besondere Originalität oder Hintergründigkeit zeichnete die auch andernorts schon erfolgreich gezeigte Produktion nicht aus. Die Autoren Dirk Voßberg – er führte außerdem Regie – und Knut Vanmarcke profitieren von der langanhaltenden Popularität derartiger, betont skurril aufgezogener Schlager-Zeitreisen.
Das hindert die beiden jedoch nicht, als tuntige "Peter und Vico Malente" mit ihren Kolleginnen Melanie Stahlkopf, Nicole Seeger und Christina Schulz zur Musik vom Band herzhaft zu singen, zu tanzen und zu spielen. Eine Augenweide bildeten dabei die herrlich bunten Kostüme zwischen Minirock und Schlaghose. Das im 2003 in Hamburg gegründete Schlagerkollektiv "Familie Malente" fand bereits mit Produktionen wie "Souvenirs", "Musik ist Trumpf" und "99 Luftballons" Anklang. (dpa)















