Ausstellung
Pablo Picasso, der Kunst-Superstar und Vielfotografierte
Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt ab dem 13.7. "Ichundichundich": 250 Foto-Aufnahmen des berühmten Malers.
Hamburg. Picasso (1881-1973) fotografierte sich auch selbst, noch größer ist allerdings die Anzahl der Bilder, die befreundete Fotografen von ihm machten. Insgesamt 250 überwiegend in Schwarzweiß gehaltene Bilder sind vom 13.7. bis 21.10. im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Die Man-Ray-Schülerin Lee (Elizabeth) Miller zum Beispiel lichtete den Künstler über einen Zeitraum von 36 Jahren immer weder ab. Diese Arbeit war das längste Projekt innerhalb ihres Gesamtwerkes. Picasso wusste, wie wichtig er selbst als Gegenstand der Fotografie für seinen Mythos war: Damit wurde er noch präsenter in der Öffentlichkeit. Er war gleichzeitig das Jagdobjekt der Fotografen und jemand, der ihnen bereitwillig Modell stand.
Von Dora Maar (1907–1997) ist die Episode überliefert, dass sie ein scheinbar zufälliges Zusammentreffen im berühmten Café Les Deux Magots arrangierte. Dort stach sie mit einem Taschenmesser zwischen ihren schwarz und rosendekoriert behandschuhten Fingern in die Tischplatte. Ein Ritual, das seine Aufmerksamkeit erregen musste. Angeblich hat er die blutbefleckten Handschuhe sein Leben lang aufbewahrt. Die Arbeiten der dem Surrealismus zugeneigten Maar wirken erstaunlich pur und spiegeln nicht die sexuelle Anziehung des über zehn Jahre vereinten Paares. 1935/36 wird sie gleichwohl eine der frühen Fotografien mit einem Messer traktieren, das Gesicht verkratzen und es mit einem seltsamen Heiligenschein versehen.
Viele der jetzt in Hamburg ausgestellten Bilder sind längst Ikonen: Zum Beispiel Irving Penns Darstellung von 1957, die den Maler mit Hut und bis auf die Augen verborgenem Gesicht zeigte. Oder jenes von Robert Doisneau aus dem Jahre 1952, das den Spanier im Ringelpulli am Tisch zeigt. Croissants anstelle seiner Hände. Oder auch Robert Capas berühmtes Strandfoto von 1948, auf dem er Françoise Gillot vor der Sonne schützt.
Picasso sei ein "Selbstvermarktungsgenie" gewesen, sagte Museumsdirektorin Sabine Schulze bei der Präsentation. Es sei spannend, wie viele Gesichter ein Mensch haben könne. Zu sehen sind Fotografien aus allen Lebensphasen: der Student in Madrid, der Bohemien in Paris und der gereifte Künstler in Südfrankreich. Geradezu bürgerlich präsentiert sich der junge Picasso im schwarzen Anzug. Zahlreiche Aufnahmen zeigen ein menschenleeres Atelier, weil auch der Arbeitsraum allein nach Ansicht Picassos eine Aussage über den Künstler trifft. Zu sehen ist Picasso meist in inszenierter Pose, aber auch als Schnappschuss ungezwungen im Kreise seiner Freunde.
Der kahle Charakterkopf mit den durchdringenden Augen ist das Markenzeichen des späten Picasso. Angesichts der vielfältigen Themen und Stile seiner Werke bildet der markante Kopf so etwas wie eine Konstante des Künstler. Gezeigt werden Arbeiten von 32 Fotografen, darunter Man Ray, Brassai, Henri Cartier-Bresson und Madame D'Ora. Die Fotos stammen aus den Sammlungen des Kölner Museums Ludwig, des Museums für Kunst und Gewerbe sowie von 33 weiteren Leihgebern.
"Ichundichundich. Picasso im Fotoporträt": 13.7. bis 21.10., Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Di–So 11.00–18.00, Do 11.00–21.00; www.mkg-hamburg.de















