04.07.12

Literatur-Wettbewerb

Hamburger Autor im Rennen um den Bachmann-Preis

Beim Wettbewerb um den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt tritt Andreas Stichmann gegen internationale Konkurrenz an.

Foto: Finn-Ole Heinrich/Mairisch Verlag
Der gebürtige Bonner und Wahlhamburger Andreas Stichmann, Jahrgang 1983, schreibt mit Vorliebe über das Aufeinanderprallen gesellschaftlicher Milieus. Seit seinem Debüt, dem Erzählband "Jackie in Silber" (2008, mairisch Verlag), gilt er als Shootingstar und hat unter anderem den Hamburger Förderpreis 2010 für sein Werk gewonnen
Der gebürtige Bonner und Wahlhamburger Andreas Stichmann, Jahrgang 1983, schreibt mit Vorliebe über das Aufeinanderprallen gesellschaftlicher Milieus. Seit seinem Debüt, dem Erzählband "Jackie in Silber" (2008, mairisch Verlag), gilt er als Shootingstar und hat unter anderem den Hamburger Förderpreis 2010 für sein Werk gewonnen

Klagenfurt. Das Publikum sieht zu, wenn beim Bachmann-Wettbewerb literarische Karrieren angetrieben oder vernichtet werden: Beim Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt steht von Mittwoch (4. Juli) an bis Sonntag die Literatur im Rampenlicht. Vor Publikum und einer achtköpfigen Jury stellen 14 deutschsprachige Autoren ihre Texte vor. Die "Klagenfurter Rede zur Literatur" zur Eröffnung am Mittwochabend im ORF-Theater hält die Schriftstellerin und KZ-Überlebende Ruth Klüger. Die Preise des renommierten Wettbewerbs werden am Sonntag vergeben.

Ruth Klüger, die in Wien geboren wurde, mehrere Konzentrationslager der Nationalsozialisten überlebte und nach langer Zeit in den USA nun in Kalifornien und in Göttingen lebt, stellt ihre Rede unter den Titel "Der haltbare Satz". Es soll, so heißt es auf der Internetseite des Bachmannpreises, auch eine Aufforderung sein, sich "über Wirklichkeit, Wahrheit, Literatur und Kitsch Gedanken zu machen".

Das Los bestimmt die Reihenfolge, in der die Autoren ab Donnerstag antreten. Ihre bis dahin unveröffentlichten Texte werden unmittelbar nach den Lesungen von der Jury debattiert. Von den 14 Teilnehmern kommen acht aus Deutschland oder leben hier: Aus Berlin sind Sabine Hassinger und Inger-Maria Mahlke dabei, in Frankfurt/Main lebt die in Sibirien geborene Olga Martynova, aus Bamberg reist der in Polen geborene Matthias Nawrat an, aus dem finnische Espoo der aus Mainz stammende Stefan Moster, Matthias Senkel lebt in Leipzig und Andreas Stichmann in Hamburg. Außerdem sind vier gebürtige Österreicher und zwei Schweizer am Start.

Der Preis ist nach der österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannt, die in Klagenfurt geboren wurde. Er wird seit 1977 vergeben. Neben dem Hauptpreis, der mit 25 000 Euro dotiert ist und von der Stadt Klagenfurt finanziert wird, vergibt die Jury noch vier weitere Preise im Gesamtwert von 29 500 Euro.

Nicht nur wegen der Dotierung gilt der Preis als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Auch die Form der Präsentation in öffentlichen Lesungen, die Fernsehübertragung und die Diskussionen mit oft hitzigen und kontroversen Debatten bescheren dem Literatur-Wettbewerb Aufmerksamkeit und Renommee.

Der Gemeinschaftssender 3sat überträgt die Lesungen und Debatten live am Donnerstag und Freitag jeweils von 10.15 bis 15.15 Uhr sowie am Samstag von 09.45 bis 14.00 Uhr. Auch die Ermittlung und Bekanntgabe der Preisträger am Sonntag ab 11.00 Uhr ist dort zu sehen. Die Homepage des Wettbewerbs verlinkt ab Mittwochabend live zu den Veranstaltungen.

(dpa/abendblatt.de)
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