Ein Magazin wie Friesentorte im Strandkorb
Die Flut an Landzeitschriften bricht nicht ab. Jetzt ist Regionalisierung gefragt
Hamburg. Blau und Weiß sind die vorherrschenden Farben in diesem Magazin. Blau wie das Meer und der endlos weite Himmel, Weiß wie Schäfchenwolken und Sandstrände, wie Heerscharen kreischender Möwen und gepflegte Kiesauffahrten.
"Mein Landgefühl im Norden" aus dem Kieler Medienhaus Falkemedia reiht sich von heute an ein in die Flut von Zeitschriften, die das entschleunigte Leben im Grünen feiern. Das Einkochen und Selbermachen, das Bienenzüchten und Vögelbeobachten. Das Flaggschiff "Landlust" aus dem Münsteraner Landwirtschaftsverlag konnte zuletzt eine Auflage von mehr als einer Million verkaufter Exemplare vermelden - mehr als das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Kein Wunder, dass Konkurrenzprodukte wie "Liebes Land", "Land Idee", "Mein schönes Land" "LandGenuss" und das bayerische "Muh" nicht lange auf sich warten ließen.
Wer bereit ist, am Kiosk 3,90 Euro hinzublättern, findet in "Mein Landgefühl im Norden" eine Wohlfühlmischung aus Reetdachhäusern, Friesentorte und Strandkorb. "Es gibt im Segment der Landmagazine den Untertrend zur Regionalisierung. Die Leser wünschen authentische Berichte aus ihrer Region, um noch mal mehr das Bedürfnis nach Heimat zu befriedigen. Diese Lücke schließen wir", sagt die Marketingchefin von Falkemedia, Susanne Günther. Keine allgemeinen, austauschbaren Landthemen wolle man dem Leser bieten, sondern "authentische Berichte aus der Region".
Die reichen vom Selbstversuch auf dem schleswig-holsteinischen Demeter-Hof bis zur Katenschinken-Verkostung, vom Porträt von Flensburgs letztem Berufsfischer bis zum Sylt-Bericht jenseits des "Schickimicki-Atolls". Wer selbst aktiv werden will, bekommt neben Fischburger-Rezepten und dem direkten Draht zur Bremer Biokiste die Bastelanleitung für ein Windspiel aus Treibholz gereicht.
Das neue Magazin befriedigt die Schwärmerei für alles, was grün und echt, bio und maritim ist. Mehr fürs Auge als fürs intellektuelle Vergnügen. Vor allem aber: fürs Herz. Dort ist das Heimatgefühl schließlich zu Hause.













