Fußball-Lieder, Fußball-Leider
Kay One will ins Finale, Oceana ist schon da
Neben dem offiziellen Titelsong tummeln sich noch diverse andere Lieder mit fußballigem Inhalt im Netz: Die meisten sind ziemlich erschreckend.
Hamburg. Alle zwei Jahre ist es wieder so weit: ein internationales Fußballturnier steht an und diverse Musiker und solche, die sich dafür halten, fühlen sich bemüßigt, ihren gereimten Senf dazuzugeben. So natürlich auch bei der diesjährigen EM: Allen voran der offizielle Titelsong der Hamburgerin Oceana , "Endless Summer".
Was die inoffizielle Währung des Internets, die Klickzahl, angeht, kommt auf dem zweiten Platz ein Video, dass primär aus knapp postjuvenilen Fahnenschwenkern in Sportwagen, Aufnahmen vom Berliner Fanfest vor zwei Jahren und einer anscheinend durch eine Bremer Brauerei unterstützen Gartenparty besteht.
Kay One, ein Ravensburger Rapper, hat einen Song geschrieben, der in bester Tradition bekannter Fansongs steht: Inhaltlich von keinerlei Scham gebremstes Selbstbewusstsein trifft auf einen eingängigen Refrain und einen denkbar simplen Aufbau. Einzig bemerkenswert ist wohl der Versuch von Kay Ones Kumpel Shindy, den Hamburger Wortschmied Bo zu imitieren. Auf der Basis von Bos "Türlich, Türlich" reimt Shindy "schreien" auf "weinen" auf "heim". Kann man machen. Sollte man aber lieber nicht. Wie auch immer, das Video hat jedenfalls in knapp vier Wochen 2,7 Millionen Klicks eingesammelt.
Und, man muss es anerkennen, es ist immer noch besser als einiges andere, was so an EM-"Songs" im Netz herumfliegt. Wenn Sie sich alle der folgenden Videos anschauen können, ohne dass Sie Ohrenbluten bekommen, die deutsche Nationalzugehörigkeit abgegeben oder in die Tischkante gebissen haben, hätten auch Sie sich einen kleinen Pokal verdient.
Jogis Löwen behaupten, der deutsche Fußball würde leben. Was leider auch noch unter den Lebenden weilt: dieses Lied.
Die Ahnungslosen haben sich zumindest den richtigen Bandnamen ausgesucht: "J. Lö schenk' uns den Titel" (sic!). Ohropax als Geschenk wäre angebrachter.
Welcher Irre PoKarl dazu gebracht hat, "Lasst die Fahnen weh'n" aufzunehmen, ist zwar nicht überliefert. Dafür ist umso sicherer, dass man, wenn man noch mehr dieser musikalischen Gewalttaten hört, selbst dem Wahnsinn anheim fallen würde.















