Kinostart: 21. Juni
Halt doch endlich mal die Klappe
Eddie Murphy wird in der pseudo-witzigen Komödie "Noch tausend Worte" verflucht
Einem Komiker das Sprechen zu verbieten, das kann nach hinten losgehen. Eddie Murphy zum Beispiel sagt von sich, er brauche die Sprache, um witzig zu sein. Wenn ihm ein Film per Titel dann nur "Noch tausend Worte" genehmigt, wird's eng. Auch wenn es nur 90 Minuten dauert.
Als Literaturagent Jack McCall quasselt Murphy jeden an die Wand. Seine Ehefrau, seine Kollegen, seinen Therapeuten. Er wirft mit gut klingenden, aber bedeutungslosen Phrasen um sich, jongliert mit Worthülsen und lässt sich selbst dabei kaum Zeit zum Atmen.
Krasser Kontrast dazu ist der Guru Dr. Sinja (Cliff Curtis), der nach dem Motto "In der Ruhe liegt die Kraft" lebt. Als McCall das Werk von Sinja zum Bestseller machen will, entlarvt dieser den egozentrischen PR-Mann als uninformierten Schwätzer. Und verflucht ihn. Plötzlich steht in McCalls Garten ein Baum, der mit jedem Wort des Mannes ein Blatt verliert. Die Vision: Mit dem letzten, dem tausendsten Blatt endet auch McCalls Leben - wenn er den Fluch nicht abwenden kann. Als wäre es für die Zuschauer nicht offensichtlich genug, erklärt es Sinja auch noch mal für alle. Und ein panischer McCall tut alles, um möglichst wenig zu sprechen.
Natürlich zettelt genau jetzt McCalls Frau (Kerry Washington) eine Debatte über ihre Ehe an und versucht, diese im knappen Lack-Outfit mit Handschellen auf einem Hotelzimmer wiederzubeleben. Und McCalls babyspeckiger und tapsiger Assistent nutzt seine Gunst der Stunde und tobt sich in Kundengesprächen aus. Die Mischung aus nackter Haut, peinlichen Eskapaden und pseudo-komischen Momenten wirkt allerdings eher anstrengend-erzwungen als wirklich witzig.
Bewertung: belanglos
"Noch tausend Worte" USA 2012, 91 Min., o. A., R: Brian Robbins, D: Eddie Murphy, Kerry Washington, Emanuel Ragsdale, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg, UCI Othmarschen/Smart-City; www.nochtausendworte.de
















