Unesco
Hintergrund: Das Wendland und seine Rundlinge
Die Rundlingsdörfer wurden als Weltkulturerbe vorgeschlagen. Angelegt wurden die Siedlungen von aus dem Osten zugewanderten Slawen, den Wenden.
Hannover/Lüchow. Rundlingsdörfer und Naturschätze machen den Reiz des Landkreises Lüchow-Dannenberg aus. Die typische Dorfform erinnert aus der Luft an ein Tortenstück. Um einen zentralen Dorfplatz stehen ringförmig die Bauernhäuser, dahinter liegen die Felder. Kirchen stehen außerhalb, Seitenstraßen entpuppen sich meist als Sackgassen zu Wiesen und Äckern.
Angelegt wurden die eigenwilligen Siedlungen von aus dem Osten zugewanderten Slawen, den Wenden. Die Anfänge dieser Bauweise reichen weit mehr als tausend Jahre zurück. Über ihren Zweck spekulieren und streiten die Gelehrten seit Jahrhunderten. Weder zur Abwehr möglicher Feinde noch als sicherer Ort für das Vieh sei die Siedlungsform geeignet gewesen, behaupten manche Experten neuerdings. Möglicherweise sind die Siedlungen Ausdruck einer einheitlichen Gemeinschaft gleichberechtigter Bewohner. Vielleicht war es einst aber auch schlicht schick, im Rundling zu leben. Bekannte Rundlingsdörfer sind etwa Satemin, Jameln, Lübeln oder Meuchefitz.
Der Name "Hannoversches Wendland" für die dünn besiedelte Region im Nordosten Niedersachsens zwischen Elbe und Lüneburger Heide mit nur rund 50.000 Einwohnern entstand vor rund 300 Jahren, als Reste der aussterbenden wendischen Sprache erfasst wurden. Außer mit dem Konflikt um die Atomanlagen in Gorleben macht das Wendland überregional auch mit seiner jährlichen "Kulturellen Landpartie", der Deutschen Fachwerkstraße und den Sommerlichen Musiktagen in Hitzacker auf sich aufmerksam.















