02.06.12

Medienmacher

Wird Marek Erhardt die Stimme des überarbeiteten Alsterradios?

Der Hamburger Radiosender wird offenbar komplett überarbeitet. Als Moderator soll auch Schauspieler Carsten Spengemann im Gespräch sein.

Foto: HA/A. Laible
Medienautor Kai-Hinrich Renner
Medienautor Kai-Hinrich Renner

Hamburg. Der Radiosender Alsterradio wird offenbar komplett überarbeitet. Wie es in Branchenkreisen heißt, soll er ein neues Logo und einen neuen Claim bekommen. Der alte lautet: "alster radio 106!8 rock'n pop". Damit aber nicht genug: Offenbar ist geplant, künftig mit völlig neuen Moderatorenteams zusammenzuarbeiten. Als ein neuer Moderator ist der Schauspieler Carsten Spengemann im Gespräch. Zudem bekommt der Sender eine neue Station-Voice. So nennt man im Radio den Sprecher, der alle Rahmenelemente wie Trailer, Jingles oder Teaser spricht. Bei Alsterradio soll dies künftig der Heinz-Erhardt-Enkel, Ex-HSV-Stadionsprecher und Schauspieler Marek Erhardt sein. Hintergrund der Veränderungen dürfte aber der Geschäftsführerwechsel von Anfang des Jahres sein. Damals wurde Ulrich Bunsmann von Uwe Schneider abgelöst, der Alsterradio weiter nach vorn bringen soll. Zwar ist der Sender mit einem Marktanteil von vier Prozent die Nummer zwei unter den Hamburger Privatradios. Aber Radio Hamburg istmit 25,8 Prozent Marktanteil weit enteilt. Schneider sagt, es gebe derzeit mehrere Optionen, die man teste. Entschieden sei aber noch gar nichts.

Der neue Hauptgesellschafter der "Saarbrücker Zeitung", die von drei Partei-Stiftungen getragene Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB), hat, wie es in Verlagskreisen heißt, bei dem Erwerb der Anteile des Verlegers Stefan von Holtzbrinck von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht. Interessiert an den Anteilen waren und sind auch die "Rheinische Post" sowie die Essener WAZ-Gruppe, die nun mit der GSB sprechen. Die Gesellschaft verspricht sich davon, dass sie selbst mit den Interessenten verhandelt, möglichst viel für den Zeitungsstandort Saarland herauszuholen. Ursprünglich wollte die GSB die in der Satzung der Zeitung festgeschriebene Vorschrift wieder in Kraft setzen, nach der die Anteilsmehrheit an dem Blatt im Saarland liegen muss. Sie wollte deshalb nur 49 Prozent der Holtzbrinck-Anteile in Höhe von 52,33 Prozent weiterveräußern. An einer Minderheitsbeteiligung sind aber weder "Rheinische Post" noch WAZ-Gruppe interessiert.

Neues von Volks.TV, dem Mantelprogramm, mit dem RTL-Deutschland -Gründer Helmut Thoma Ballungsraumsender wie Hamburg 1 versorgen möchte. Wie es in Branchenkreisen heißt, will Thoma auch den Getränkhersteller Dietrich Mateschitz (Red Bull) als Investor an Bord holen. Thoma räumt ein, Kontakt zu Mateschitz aufgenommen zu haben. Er sei aber nicht als Investor vorgesehen. Es mache Sinn, ganz allgemein mit ihm über das Projekt zu sprechen. Mateschitz betreibt das auch in Deutschland empfangbare Servus TV. Der britische Fonds Omada Capital hat Thoma eine Anschubfinanzierung von angeblich acht Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bedingung soll sein, dass er einen weiteren Großinvestor gewinnt. Mit dem amerikanischen Kosmetik-Erben Ronald S. Lauder soll Thoma praktisch handelseinig sein.

Und warum ist Uwe Vorkötter nicht mehr Chefredakteur von "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau (FR)"? Wohl auch, weil beide Blätter sich laut offizieller Presseerklärung "stärker auf ihre jeweiligen Märkte ... fokussieren" sollen und künftig eigene Chefs bekommen. Das klingt nach Regionalisierung. In Berlin wird Brigitte Fehrle Chefredakteurin, der neue "FR"-Chef steht noch nicht fest.

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