Elbjazz-Festival
Über 20.000 Besucher feierten zu Jazz und Salsa
Das Fesitval lockte zahlreiche Zuschauer zu Blohm&Voss-Werft, Hansahafen und Hafen-City. Besonders die Newcomer konnten punkten.
Was als ein Wagnis angefangen hat, ist schon im dritten Jahr zu einem riesigen Erfolg geworden und was die Kapazitäten angeht, schon fast an seine Grenzen gestoßen: Mehr als 20.000 Besucher kamen am Freitag und Sonnabend zum Elbjazz-Festival auf die Blohm&Voss-Werft, in den Hansahafen und die HafenCity. Die Schlangen an den Kassenhäuschen, den Barkassen-Anlegern und den Getränkeständen waren lang, und an so mancher kleineren Bühne gab es zwischendurch Einlass-Stopps, weil die Klubs oder Musikschiffe bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Bei herrlichem Sommerwetter nahmen die Musikfans das jedoch ohne zu Murren hin, weil die Grundstimmung prächtig war und das Programm abwechslungsreich und spannend. Ein paar Minuten Warten gehört bei so einer Art von Festival einfach dazu.
+++ Helge Schneider und Caro Emerald beim Elbjazz +++
Musikalisch waren es nicht die großen Namen, die nach diesen zwei Tagen in Erinnerung geblieben sind, sondern einige Newcomer und den meisten Zuhörern bis dahin unbekannte Musiker. Die Kombination mit Helge Schneider und Michael Wollny an zwei Flügeln ging nur bedingt auf, weil es an Struktur fehlte, das geplante Aufeinandertreffen von Schneider und Chilly Gonzalez fiel wegen Krankheit des Kanadiers aus, so dass der Jazz-Komödiant aus Mülheim/Ruhr am zweiten Abend zuerst allein vor sich hinklimperte und dann mit der Sängerin Butterscotch improvisierte. Auch der Auftritt von Curtis Stigers ("I Wonder Why") war von gähnender Langeweile.
+++ Elbjazz-Festival: Mit der Barkasse zur Bühne +++
Wenn es einen Publikumspreis geben würde, hätten den bestimmt Juan de Marcos' Afro-Cuban All Stars gewonnen. Das kubanische Ensemble schmetterte mit Präzision und Leichtigkeit eine Salsanummer nach der anderen und versetzte das Publikum in eine geradezu euphorische Stimmung. Auch die Sängerinnen Zara McFarlane und Elina Duni zählen mit zu den gefeierten Neuentdeckungen. Und seinen Augen nicht getraut haben dürfte der Posaunist Nils Wogram mit seinem Trio Nostalgia. Wenn er mal nach Hamburg kam, hat er von 20 Zuschauern im Stellwerk gespielt, gestern feierten seine komplexen und freien Sounds 1500 Zuhörer in der Südhalle von Blohm & Voss, wo die drei größten Bühnen aufgebaut waren.
Gewinner dieses Festival ist der Jazz, denn er hat viele neue Zuhörer hinzubekommen.
















