Konzert -Kritik
Blood Red Shoes und etwas Besseres im Docks
Laura-Mary Carter und Steven Ansell von Blood Red Shoes polterten 80 Minuten lang durch das Docks. Raffinesse war dabei nicht gefragt.
Hamburg. Duos, die nur mit Schlagzeug und Gitarre agieren, gab und gibt es ja einige: The White Stripes, Black Box Revelation, The Sea oder Blood Red Shoes. Letztere, 2004 von Laura-Mary Carter und Steven Ansell im englischen Seebadeort Brighton gegründet, erfreut sich in Hamburg schon seit dem Debütalbum "Box Of Secrets" (2008) einiger Beliebtheit, und so ist das Konzert am Donnerstag im Docks sogar das größte Klubkonzert ihrer Karriere, wie die beiden ankündigen.
Und den 900 Fans gefällt sichtbar, was sie hören. 80 Minuten lang poltert das Paar durch seine drei Alben, und das im Wortsinn: Laura-Mary Carter ist weder an den sechs Saiten ihrer puckernden und schrabbelnden Telecaster noch am Mikro eine große Leuchte. Steven Ansell singt zwar besser, bezahlt seinen Einsatz aber oft mit wackeligem Timing.
So sind es Rohschnitte aus Punk und LoFi-Rock, die zwischen "It's Getting Boring By The Sea" und "Je Me Perds" aus dem Bühnennebel in den hüpfenden Saal geschoben werden. Können sollte natürlich keine große Rolle spielen, so lange die Songs stimmen. Aber auch hier bieten die beiden meist wenig Raffiniertes, das mal aus dem flachen Soundbrei auftaucht. Erst zum Ende hin packen Carter und Ansell mit "I Wish I Was Someone Better" oder "Colours Fade" mal richtig große Klasse aus, aber den besseren Gesamteindruck hinterlässt dann doch die Vorband: Das belgische Stonerrock-Trio Wallace Vanborn aus Gent folgt den Spuren ihrer "Onkel" von Triggerfinger , wie sie am Fanartikelstand erzählen. Von denen wird noch zu hören sein.
















