Konzert im Goldenen Salon
Triggerfinger: Ein Block, ein Riese und ein Tier
Das Power-Trio Triggerfinger ist Belgiens Antwort auf The Who damals und Wolfmother & Co. heute. Sie hielt jedem Vergleich locker stand.
Hamburg. Coverversionen gehen immer, auch in Belgien. Dort, wo zum Beispiel schon Milow mit Justin Timberlakes "Ayo Technology" abräumte, ist dieser Tage Triggerfinger mit Lykke Lis "I Follow Rivers" ganz oben. Aber repräsentativ ist dieser Song kaum für das Power-Trio aus Antwerpen. Jedes Lied, dass sie am Mittwoch im ausverkauften Goldenen Salon vor der finalen Zugabe "I Follow Rivers" spielen, ist besser, härter, dramatischer, erotischer.
Da ist "I'm Coming For You", das den Wolf in Sänger Ruben Block (eine Mischung aus Christopher Lee und Burt Reynolds) weckt. Oder das peitschende "Cherry", der Ultra-Blues "My Baby's Got A Gun" und das treibende "Let It Ride". Es sind böse Bastarde aus Stoner- und Cock-Rock, die von Ruben Block, Bass-Riese Paul Van Bruystegem und Trommel-Tier Mario Goossens mit brutaler Präzision auf 150 platzende Ohrenpaare gejagt werden. Wenn Bruystegem, dessen von Zorn geschwollene Adern auf der glänzenden Glatze harte Schatten werfen, in die unteren Tonregionen wandert, hagelt es Tiefschläge. Schwinger, Geraden, Haken, links und rechts. Aus "Hiwatt"-Verstärkern, die einst schon The Who malträtierten, sorgen "All This Dancin' Around", "First Taste" und "Is It" für Festival-Atmosphäre im Mikroclub.
Triggerfinger ist es sichtlich egal, ob sie vor 7000 spielen wie kürzlich als BossHoss-Support in der Sporthalle, oder vor 150 im zweiten Hafenklang-Saal. Die wollen nur 70 Minuten lang alles kaputt machen und dabei gut aussehen. Was Show, Energie und Dynamik betrifft, spielt Triggerfinger mit der aktuellen Retro-Rock-Generation von Wolfmother bis Rival Sons auf Augenhöhe.
















