Musiker Schneider trifft Clown Helge
Hamburg. Licht an, Licht aus, Licht wieder an, Licht dimmen, Licht wieder aus, Licht wieder an. Helge hat seine Taschenlampe verlegt. Wer beim Pressetermin mit Helge Schneider auf Absurditäten aus ist, muss nicht lange suchen - wird aber auch nicht alles finden, was den vielschichtigen Mülheimer Entertainer auszeichnet. Allerdings, das muss man dann doch zugeben, davon schon eine ganze Menge.
In den "Fliegenden Bauten" zeigte Schneider gestern Ausschnitte aus seinem nächsten Spielfilm, der im April 2004 in die Kinos kommt: "Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm" soll er heißen, und noch steckt der Autor, Regisseur und Hauptdarsteller (Schneider selbst, wie üblich, in Personalunion) mitten in der Arbeit und will das präsentierte Ergebnis als eine Zwischenbilanz verstanden wissen: "Is' natürlich saumäßige Qualität, im Kino siehts besser aus. Hoffe ich."
Wenn nicht, wärs auch nicht tragisch, denn dieser Film wird sein Publikum so oder so finden - zur Not ists "typisch Helge". Der nämlich steckt ganz persönlich im Detail: Als Jazzmusiker (mit seinen Tourkollegen Jimmy Woode und Pete York), Fischfritze und Zeitungsausträger hat Schneider bewusst "autobiografische Tendenzen" verarbeitet. "Der Musiker hat in seinem Kopf eine sehr spezielle Welt", sagt Helge Schneider, und auf ihn selbst trifft diese Einsicht unbestritten ganz besonders zu. Das Drehbuch jedenfalls hat Schneider gleich in den ersten Tagen weggeschmissen, alles "zu Gunsten des Films", wie er versichert.
Der kommt als eine Mischung aus bewährt verquer humorigen Szenen (Helge als Callboy Rodriguez mit argentinischem Akzent: "Ich trink keinen Tee. Ich bin A-tee-ist.") und ausführlichen, durchaus ernst zu nehmenden (und auch ernst gemeinten) Jazzeinlagen daher. Dies sei sein wertvollster Film, gesteht Schneider, ein Film, der seine Liebe zum Kino und zur Musik widerspiegele. Dass dennoch an vielen Stellen improvisiert wird, schafft Authentizität. Und schließlich muss man den Musiker Schneider ja nicht zwangsläufig vom Clown Helge trennen. Er tut das auch nicht. Wenn er beispielsweise in einer Szene zwei Jazzkollegen an der Bushaltestelle trifft und fragt: "Schnitzt ihr?"



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