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Kultur & Live

Das Engagement jedes Einzelnen ist gefragt

Bürgerstiftung: Hilfe ist willkommen - ob Geld, Ideen oder persönliche Mitarbeit.

Hamburg. Jeder kann sich beteiligen, mit Geld, persönlichem Einsatz, mit Ideen: Nach dieser aus den USA importierten Idee, die auf persönliches Engagement setzt, haben 14 Stifter 1999 ein Mindestkapital (100 000 Mark) aufgebracht und in Hamburg die "Bürgerstiftung" gegründet, die sich um Jugend- und Altenhilfe, Erziehung und Bildung, Wissenschaft und Forschung, Umwelt, Naturschutz und Kultur kümmert.

50 Bürgerstiftungen gibt es inzwischen in Deutschland. Hamburg war nach Gütersloh und Hannover die dritte hierzulande. "Wir haben als Initiativkreis zu Hause begonnen", sagt Klaus Rollin, Vorstandssprecher und einer der Gründerväter. "Man fängt klein an, wenn man bedenkt, dass das Kapital erhalten bleiben muss und nur die Erträge verwendet werden dürfen. Das waren im ersten Jahr gerade mal knapp 2500 Mark." Inzwischen hat sich das Stiftungsvermögen auf 600 000 Euro erhöht. Außerdem gehören zwei Treuhandstiftungen von 2 Millionen Euro dazu, und 500 000 Euro sind als Spenden eingeworben worden.

Arbeitsschwerpunkt der Bürgerstiftung Hamburg ist die Jugendarbeit; Aushängeschilder sind Projekte wie "Musica Altona", die "Streetsoccer-Liga" und die "Hot Schrott Band", die sozial benachteiligten Jugendlichen Interessen und Freizeitbeschäftigung vermitteln. Die Stiftung will Projekte initiieren, die Jugendliche in ihrem Selbstvertrauen fördert, sie zu Verantwortung und Leistungsbewusstsein anregt. Dabei konzentriert sie sich auf soziale Brennpunkte.

Über einen Lehrer fand man zwölf Jungen und Mädchen vom Osdorfer Born, die sich auf dem Schrottplatz Instrumente gesucht haben - alte Autotüren, Blechkanister, Einkaufswagen. Unter Anleitung des Künstlers Christian von Richthofen haben sie Schlagtechnik, Komposition und Improvisation geübt. Sie haben Kraft- und Körpertraining gemacht, und seit 2000 sind sie gefragt auf Straßenfesten, Benefizveranstaltungen und in Kirchen. Inzwischen gibts sogar eine zweite Band, "Sound-Mafia", die aus russischen Aussiedlern besteht.

Was kann man tun, wenn man die Idee der Bürgerstiftung für gut befindet? Man kann Projekte betreuen, Büroarbeiten übernehmen, Ideen einbringen, im Vorstand und Stiftungsrat mitarbeiten . . . Natürlich kann man auch Geld spenden. Ein Förderbeitrag, der allmonatlich geleistet werden muss, beträgt mindestens 10 Euro. Natürlich kann man auch eine Zustiftung auf das Grundvermögen leisten, von der dann jeweils wieder nur die Erträge verwendet werden dürften.

Unter 63 Bewerbern hat die Bürgerstiftung Hamburg den "Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2003" errungen, den der Verein "Aktive Bürgerschaft" bundesweit für Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen ausschreibt. Das Preisgeld (15 000 Euro) kommt nun neuen Projekten zu Gute.

Info unter Tel.: 41 44 97 50 oder www.buergerstiftung-hamburg.de

 

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