Konzert in der Freiheit
Boy: Schön und warmherzig bis zum Umfallen
Die Hamburger Band Boy nahm die ausverkaufte Große Freiheit 36 mit eingängigen Pop-Perlen und berührenden Balladen 75 Minuten für sich ein.
Zwei Girls sind Boy: Valeska Steiner (rechts) und Sonja Glass
Foto: Benedikt Schnermann/FKP Scorpio
Hamburg. Als Valeska Steiner und Sonja Glass letztes Jahr im Stadtpark und in der Großen Freiheit 36 auftraten, spielten sie noch im Vorprogramm von Philipp Poisel und Bosse. Aber mittlerweile hat sich bis in die Top Ten der Albumcharts herumgesprochen, was für ein gutes Album das Boy-Debüt „Mutual Friends“ war.
Und so sorgen die beiden Künstlerinnen mit ihrer Band am Mittwoch selber für erhitze Gemüter in der ausverkauften Freiheit. Die Setliste entspricht auf der ersten großen Tour der Hamburger Band der des Oktober-Gigs im Knust: eine einnehmende Mischung aus eingängigen Dream-Pop-Perlen wie „Drive Darling“, „Waitress“ und „Little Numbers“ und berührenden Balladen („Boris“, „Waltz For Pony“). Alles gepaart mit der tollen, von Zürcher Akzent geprägten Stimme Valeska Steiners und mit dem sinnlichen Bass-Spiel von Sonja Glass.
75 Minuten spielt Boy und sorgt für eine warmherzige, innige Atmosphäre im Saal. Für manche zu warm: Wir müssen bei „This Is The Beginning“ einen weiblichen Fan auffangen und zu den Sanitätern bringen. Nichts gegessen, nichts getrunken, Hitze und Aufregung. Also, Boy-Fans: Am 9. April beim nächsten (ausverkauften) Konzert in der Freiheit Grundlage schaffen und viel Wasser trinken. Zum Glück ist das Mädchen schnell wieder auf den Beinen und hört als vorletzte Zugabe vor „Skin“ einen neuen, vor drei Tagen in Bielefeldt komponierten Song über das Tourleben im Allgemeinen und den „Hotel Blues“ im Besonderen.
Da bleibt zu hoffen, dass sich Boy und Band trotz Tourbus-Gekarre, Hotel Blues und einseitiger Ernährung („Mettbrötchen mit Zwiebeln und Nutella“) das sonnige Gemüt bewahren kann. Schließlich geht es bald nicht nur zurück in die Freiheit, sondern auch am 29. August in den Stadtpark.





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