09.02.12

Urteil in München

Schrumpelige, alte Pommes kosten Kunstgalerie 2000 Euro

Kurioser Prozess um ein Kunstwerk aus fettigen Fritten. Eine Galerie muss 2000 Euro Schadenersatz zahlen, weil die 20 Jahre alten Pommes weg sind.

Von Till Erdtracht
Foto: dpa
"Pommes d'Or", geschaffen vom Künstler Stefan Bohnenberger
"Pommes d'Or", geschaffen vom Künstler Stefan Bohnenberger

München. Ranzig, schrumplig – und trotzdem wertvoll: Für den Verlust von 20 Jahre alten Pommes frites muss eine Galeristin 2.000 Euro plus Zinsen an einen Künstler bezahlen. Das entschied das Oberlandesgericht München (OLG) am Donnerstag und hob damit ein Urteil aus erster Instanz auf. Der Mann hatte die zwei Pommes Anfang der 1990er Jahre als Vorlage für ein goldenes Kreuz benutzt. Er ist der Meinung, es handelt sich nicht nur bei der Goldskulptur namens "Pommes d' Or" um Kunst, sondern auch bei der Pommesvorlage.

Die Frage des künstlerischen Werts blieb zwar offen. Allerdings hatten die Pommes nach Auffassung des Gerichts zweifelsohne einen wirtschaftlichen Wert. Eine Kunstliebhaberin habe bei der Verhandlung Ende Januar glaubhaft ausgesagt, sie hätte dem Künstler die Pommes abgekauft, hieß es in der Urteilsbegründung. Sie hätte sogar 2.500 Euro dafür hingeblättert. Auf die Frage, ob die Pommes Kunst darstellten, komme es nicht an.

Galeristin verletzte ihre Pflichten

Das OLG argumentierte zudem, die Galeristin habe ihre Pflicht verletzt, weil sie die damals bei ihr in einer Ausstellung gezeigten Originalpommes verloren habe. Der Richter verwies auf den "Galerievertrag" zwischen den Parteien. Demzufolge musste die Galerie bedeutsame Gegenstände des Künstlers sorgfältig aufbewahren. Und dazu zählten auch die Originalpommes.

Die Nielsen unter den Lebensmitteln

Sind alte Pommes Frites 2000 Euro wert?

Das Münchner Landgericht hatte die Klage des in Belgien lebenden Künstlers im Mai vergangenen Jahres unter anderem mit der Begründung abgewiesen, die Galerie habe keine Aufbewahrungspflicht dafür gehabt. Die Galeristin hatte nach der Verhandlung vor dem OLG gesagt, dem Künstler gehe es "nur um Kohle". Sie habe ihm "die verschrumpelten Dinger", die Pommes, "schon dreimal angeboten", bevor sie abhanden gekommen seien. Gegen das Urteil jetzt ist keine Revision möglich.

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