Sonntag, 27. Mai 2012, 07:57

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kultur & Live

Britisches Nachwuchstalent

Birdy: Am Anfang einer Weltkarriere

Die britische Sängerin Birdy ist erst 15 Jahre alt und hat das Zeug, eine ganz Große zu werden. Am 23. März erscheint hierzulande ihr Debüt.

Birdy wird als größtes britisches Pop-Talent seit Kate Bush gefeiert
Foto: warner

Berlin. Ihr ärmelloses Sommerkleidchen passt so gar nicht zu den bitterkalten Temperaturen draußen. Auf hohen schwarzen Schnürstiefeln stakst Jasmine van den Bogaerde, die sich Birdy nennt, durch den Roten Salon in der Freien Volksbühne auf das Podium. Sie trinkt einen Schluck Wasser, setzt sich kerzengerade auf ihren Klavierschemel, konzentriert sich einen kurzen Moment und fängt an zu spielen. "Shelter", im Original von The XX, ist ihre erste Nummer. Schon nach wenigen Takten bekommt so mancher der etwa 100 geladenen Gäste eine Gänsehaut angesichts der Intensität, mit der dieses zarte Mädchen singt.

Birdys Plattenfirma Warner hat zu diesem nicht öffentlichen Showcase nach Berlin eingeladen. Es ist der erste Auftritt der erst 15 Jahre alten Pianistin und Sängerin außerhalb ihrer englischen Heimat. Dort wird sie bereits als der Shootingstar des Jahres und als das größte weibliche Pop-Talent seit Kate Bush gefeiert.

+++ Lana del Rey: Große Nummer im Pop-Zirkus +++

Auf ihrem Debütalbum, das am 23. März in Deutschland erscheinen wird, covert Birdy bis auf eine Ausnahme ausschließlich Songs anderer Interpreten von James Taylors "Fire And Rain" über "White Winter Hymnal" von den Fleet Foxes bis zu "1901" von Phoenix. Als Single hat Warner ihre Version von Bon Ivers bekanntestem Lied "Skinny Love" ausgekoppelt, in England ist der Song schon lange ein Hit, bei YouTube wurde er bereits 15 Millionen Mal geklickt. Für eine junge Künstlerin bedeutet es ein großes Wagnis, sich an so eine außergewöhnlich gesungene Nummer wie die von Bon Iver heranzuwagen, doch sie löst die Interpretation mit Bravour. Nicht nur auf ihrem Album, sondern auch live vor dem kritischen Fachpublikum in Berlin.

Es ist verblüffend, mit welcher Ernsthaftigkeit dieses Mädchen, das noch eine Zahnspange trägt, den von ihm ausgewählten Songs eine ganz eigene Prägung gibt. Birdy verfügt über eine kräftige und variable Stimme, mit der sie die fremden Texte nuanciert singt, so als habe sie bereits zehn Jahre mehr Lebenserfahrung gesammelt. Niemals hat man das Gefühl, hier würde jemand altklug über Themen singen, von denen er noch nicht den blassesten Schimmer haben kann, wie man es bei "Skinny Love" oder "I'll Never Forget You" vielleicht vermuten würde. Birdy scheint sich in romantischen Gefühlswelten auszukennen und schafft es, diese auch durch ihr versiertes Klavierspiel adäquat auszudrücken.

Bereits als Fünfjährige erhielt sie Klavierunterricht, mit sieben fing das aus einer großbürgerlichen Familie stammende Mädchen an, selber Musik zu schreiben. Mit zwölf gewann Birdy einen Open-Mic-Wettbewerb in Großbritannien gegen 10 000 Konkurrenten. Dass die großen Plattenfirmen schnell auf dieses Ausnahmetalent aufmerksam wurden, überrascht nicht. Bereits im Herbst soll das nächste Album folgen, dann ausschließlich mit eigenen Songs. An künstlerischem Selbstbewusstsein mangelt es Birdy nicht, vielleicht liegt das in ihrer Familie. Ihre Mutter ist eine in Großbritannien bekannte Konzertpianistin, ihr Großonkel ist der britische Schauspieler Sir Dirk Bogarde, hierzulande vor allem aus Luchino Viscontis Verfilmung von Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig" bekannt. Im Roten Salon der Volksbühne gab der Teenager einen ersten Eindruck von dem Talent, das in ihm steckt. Dieses Mädchen namens Birdy steht am Anfang einer großen Karriere.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus