04.02.12

Medienmacher

Warum Bayern den Hamburg-"Tatort" produzieren

Til Schweigers Berater knüpfte den Zuschlag des Schauspielers als neuer Hamburger "Tatort"-Kommissar an einige Zugeständnisse.

Foto: HA/A. Laible
Medienautor Kai-Hinrich Renner
Medienautor Kai-Hinrich Renner

Hamburg. Um den wegen seiner schauspielerischen Fähigkeiten nicht unumstrittenen Til Schweiger als neuen Hamburger " Tatort "-Kommissar zu gewinnen, soll der NDR dessen Berater Fred Kogel weitreichende Zugeständnisse gemacht haben. Kogel, der einst Sat.1 -Geschäftsführer war und als Geschäftspartner von Harald Schmidt dessen Late-Night-Show produziert, ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Münchener Constantin Film. Wie es in Senderkreisen heißt, soll der Medien-Manager Schweigers Zusage an das Versprechen gebunden haben, dass die Bayern den Hamburger "Tatort" produzieren. Dies tat bisher Studio Hamburg Produktion. Doch den Auftrag ist die Produktionsgesellschaft nun los. Die Constantin Film ist künftig an der Produktion des Schweiger-"Tatorts" beteiligt - allerdings nicht direkt. Produziert wird der Krimi von einem Gemeinschaftsunternehmen der Constantin Film und der Studio-Hamburg-Tochter Polyphon. Nach Angaben eines NDR-Sprechers waren jedoch bei der Auftragsvergabe "inhaltliche Gründe maßgeblich". So habe man unbedingt den Constantin-Produzenten Fritz Wildfeuer für den "Tatort" gewinnen wollen.

Für die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga gibt es einen weiteren Interessenten. Der Satellitenbetreiber Eutelsat erwägt, sich um die Rechte zu bewerben. Das bestätigt ein Sprecher auf Anfrage. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Eutelsat beliefert über seinen Kabelkiosk nach Unternehmensangaben 270 Kabelnetzbetreiber mit 120 TV-Sendern, die insgesamt etwa 3,8 Millionen Haushalte versorgen. Zu den Eutelsat-Kunden zählt auch das in Hamburg und Norderstedt operierende Unternehmen wilhelm.tel.

Am 26. Januar lud Bürgermeister Olaf Scholz erstmals zu einem Verlegerfrühstück in das Gästehaus des Hamburger Senats. Es kamen Mathias Döpfner (Axel Springer), Achim Twardy (Gruner Jahr), Thomas Ganske (Ganske Gruppe), Andreas Schoo (Bauer Media), Andreas Mayer (Verlagsgruppe Milchstraße), Rainer Esser (Zeit Verlag), Ove Saffe (Spiegel Gruppe) und Matthias Mahn (dpa). Man sprach über das von den Verlegern geforderte Leistungsschutzrecht - der Bürgermeister ist dafür -, die Probleme, die die Verlage mit den Datenschutzplänen der EU haben, den juristischen Alleingang von Bauer Media gegen das Presse-Grosso und die Hamburg Media School, hinter der Scholz trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor steht. Zudem erläuterte dpa-Mann Mahn die Situation seiner Agentur nach dem Verlust eines Großauftrages des Auswärtigen Amts. Meinungsverschiedenheiten gab es kaum.

Die Münchener Beta Film plant eine Fortsetzung der in jeder Hinsicht erfolgreichen internationalen Serie "Die Borgias", die in Deutschland im ZDF lief. Das bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage. Eine endgültige Entscheidung über das recht kostspielige Projekt soll in etwa vier Wochen fallen.

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