Konzert in der Fabrik
The Walkabouts: In Hamburg zu Hause, irgendwie
Es gibt nicht viele Bands, die so einen warmen, atmosphärischen Sound hinbekommen wie das amerikanische Sextett The Walkabouts in der Fabrik.
Chris Eckman (vorne links) und Carla Togerson (vorne rechts) gründeten die Walkabouts 1984 in Seattle
Foto: Fabrik
Hamburg. „Hier zu spielen fühlt sich wie zu Hause an“, sagt Carla Torgerson von den Walkabouts. Ein Satz, den viele Zuhörer in der Fabrik schon von allen möglichen Musikern gehört haben, die sich einschmeicheln wollen. Wenn dann aber nachgeschoben wird: „Ich war fünf. In Großhansdorf“, dann nimmt man den vorherigen Satz für bare Münze. Dabei braucht die Sängerin der Band aus Seattle sich überhaupt nicht anzubiedern, denn schon bei jedem langgezogenen Gitarrenriff ihres Partners Chris Eckman geht einem das Herz auf. Es gibt nicht viele Bands, die so einen warmen atmosphärischen Sound hinbekommen wie das amerikanische Sextett.
Dabei handeln ihre Songs meistens nicht von Idyllen. Auf ihrem aktuellen Album „Travels In The Dustland“ geht es um Einsamkeit, verlassene Farmen. Man assoziiert damit im Wind schaukelnde Triangeln auf der Veranda und quietschende Räder über der Zisterne. Auf dieser Platte thematisieren sie die Unwirtlichkeit der Prärie, wenn monatelang kein Regen gefallen und die Erde trocken und rissig ist. Doch egal, über welche Desaster die Walkabouts auch singen, immer basieren ihre Lieder auf einer hohen Emotionalität, was wiederum ein Verdienst von Torgerson und Eckman ist, der nicht nur ein exquisiter Gitarrist, sondern auch ein formidabler Sänger ist. Beide erreichen die Herzen ihrer Zuhörer.
Sechs Jahre lang haben die Walkabouts pausiert, bis sie im vergangenen Herbst „Travels In The Dustland“ veröffentlicht haben. Ebenso lange haben sie nicht mehr in Hamburg gespielt. Doch jetzt sind sie zurück. Mit einem fulminanten Konzert, mit einem kristallklaren Livesound und dieser sympathischen Art, auf ihr Publikum zuzugehen. Die Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum ist bei dem Walkabouts nicht existent. Sie sind so etwas wie Freunde. Weil sie sich in Hamburg zu Hause fühlen.





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