Bayerischer Filmpreis
Regiepreis für Dörrie und Ovationen für Wenders
"Halt auf freier Strecke" und Doris Dörries "Glück" wurden mit Filmpreisen ausgezeichnet. Wim Wenders erhielt eine besondere Ehrung.
Wim Wenders (l.) wurde von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU, r.) ausgezeichnet
Foto: dpa/DPA
München. Die Spannung ob der kurz bevorstehenden Oscar-Nominierungen bleibt. Schon am Freitagabend aber wurde Regisseur Wim Wenders ("Der Himmel über Berlin", "Pina") in München mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet. Der 66-Jährige sei ein "Filmemacher von Weltrang" und habe mit seinen Werken "Millionen Menschen bereichert", erklärte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) während der Ehrung.
Der Preis für sein Gesamtwerk ist für Wenders nicht das Ende der Fahnenstange. Er kündigte an, weitermachen zu wollen - schließlich sei mit der Auszeichnung kein Berufsverbot verbunden. Der Regisseur wurde im Münchner Prinzregententheater mit stehenden Ovationen gefeiert. Bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen am Dienstag könnte er mit seiner 3D-Tanzproduktion „Pina“ gleich in zwei Kategorien dabei sein: bester ausländischer Film und bester Dokumentarfilm. „Wir drücken die Daumen“, versprach Seehofer.
Zu einem der Gewinner des Abends avancierte „Halt auf freier Strecke“: Für das Sterbedrama, das im Oktober bereits auf dem Filmfest Hamburg zu sehen war, wurde Peter Rommel mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet, Milan Peschel und Steffi Kühnert wurden als beste Darsteller gekürt. In „Halt auf freier Strecke“ träfen Kino und Leben aufs Schmerzlichste aufeinander und ließen den Zuschauer sprachlos zurück, begründete die Jury ihre Entscheidung. Durch das Spiel von Peschel und Kühnert sei der Zuschauer „erschüttert und zu Tränen gerührt“.
Den Produzentenpreis, die mit 200.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung des Abends, teilt das Drama mit Leander Haußmanns Komödie „Hotel Lux“. Die Juroren würdigten „voller Respekt“ das Risiko der Produzenten von „Hotel Lux“, Geschichte einmal anders zu erzählen. Für ihre „große Schauspielkunst“ in „Eine ganz heiße Nummer“ wurde Bettina Mittendorfer zur besten Darstellerin gekürt.
Erster Regiepreis für Dörrie
Einen Monat vor seinem Kinostart wurde bereits der neue Film von Regisseurin Doris Dörrie mit dem Titel „Glück“ preisgekrönt. Dörrie erhielt für ihr neues Werk über die eigentlich unmögliche Liebe zweier Außenseiter, das auf der Berlinale uraufgeführt wird, den Regiepreis. Wer Dörries Film „Glück“ sehe, werde darin all ihr Können wiederfinden, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Dörrie zeigte sich begeistert: „Ich hab ihn doch gekriegt: Mein erster Regiepreis.“ Ihr knallbuntes Kleid bezeichnete sie als einen „persönlichen Dank an die Firma Kodak, der wir alle so viel verdanken als Filmemacher und die seit ein paar Tagen pleite ist“.
Verhoeven erhält Publikumspreis
Die Filmpreise – symbolisiert durch die Porzellanfigur „Pierrot“ - wurden im Münchner Prinzregententheater dieses Mal in 14 Kategorien vergeben. Als bester Kinderfilm wurde die 3D-Produktion „Wickie auf großer Fahrt“ ausgezeichnet. „Eine Geschichte voller Tempo, mit überraschenden Wendungen, vielen kleinen und großen Gags und spektakulären Bildern“, befand die Jury. Der Drehbuchpreis ging an Christian Zübert für „Dreiviertelmond“, der Dokumentarfilmpreis an Arnon Goldfinger für „Die Wohnung“.
Ebenfalls zwei Auszeichnungen heimste der Film „Lollipop Monster“ ein. Hannes Hubach erhielt den Preis für Bildgestaltung, Jella Haase wurde für ihre Rollen in „Lollipop Monster“ und „Kriegerin“ als beste Nachwuchsdarstellerin geehrt. Den Publikumspreis erhält Simon Verhoeven für seine zweite „Männerherzen“-Komödie. Die Zuschauer von „Kino Kino“, dem Filmmagazin im Bayerischen Fernsehen, sowie die Hörer des Radiosenders Bayern 3 hatten „Männerherzen... und die ganz, ganz große Liebe“ zu ihrem Lieblingsfilm gewählt.





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