Sonntag, 27. Mai 2012, 03:29

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kultur & Live

Konzert in der Laeiszhalle

Semyon Bychkov ringt mit dem Format der Form

Semyon Bychkov spielte mit dem NDR-Sinfonieorchester in der Laeiszhalle Schumann, Mendelssohnt und Brahms und rang dabei nach dem Format.


Foto: picture alliance / dpa/RIA Nowosti

Hamburg. Manche Konzert-Programme sind wie ein raffiniertes Gourmetmenü gestaltet, andere kommen eher als dick geschnittenes Schwarzbrot daher – nahrhaft, solide belegt, keine aromatischen Überraschungen, die womöglich unliebsamen Nachgeschmack hinterlassen. Genau so ein Konzert lieferte Semyon Bychkov mit dem NDR-Sinfonieorchester in der Laeiszhalle ab: Schumanns "Ouvertüre, Scherzo und Finale“, Mendelssohns frühes g-Moll-Konzert und Brahms’ Erste. Die drei kann man immer wieder unfallfrei anhören, und es ist ja auch lehrreich, wenn man drei Stücke auf einen Schlag bekommt, in denen ihr Komponist noch mit dem Format der jeweiligen Form rang.

Schade nur, dass diese Kombination ausgerechnet von einem so konventionellen Wegdirigierer wie Bychkov angegangen wurde. Und schade auch, dass er gerade für die Handhabung des Schumann-Dreisätzers nur zwei Orchester-Klangfarben beherrschte: spielen oder nicht spielen. Da wäre mehr mehr gewesen, um sich nicht von Bychkovs hypnotisch kreiselnder Rechten, bei der man raten durfte, was gemeint war, in Beobachter-Benommenheit wedeln zu lassen. Martin Helmchen, Solist beim Mendelssohn, erspielte sich hochmotiviert und hochtourig einen Achtungserfolg, indem er keine Sekunde vergessen ließ, wie viele entbehrliche Noten Mendelssohn dem Interpreten aufbürdete.

Dann also der Brahms: Auch hier hielt sich Bychkov nicht übermäßig an Details oder Feinschliff auf, sondern beließ es bei groben Richtungsangaben ins wuchtigauftrumpfende Finale. Kann man so machen, wenn man sich nicht unnötig Arbeit machen möchte. Muss man aber nicht bewundern.

Das Konzert wird an diesem Sonntag, 11 Uhr, im Großen Saal der Laeiszhalle wiederholt.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus

Weiterführende Links