Nachlass
Brahms-Institut Lübeck erhält wertvollen Beethoven-Brief
Das auf mehr als 100.000 Euro geschätzte Original vom Juli 1823 soll am 18. Januar der Öffentlichkeit im Brahms-Institut präsentiert werden.
Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts an der Lübecker Musikhochschule,mit dem Brief Ludwig van Beethovens
Foto: dpa/DPA
Lübeck. Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck hat aus einem privaten Nachlass einen Originalbrief Ludwig van Beethovens (1770-1827) erhalten. Das dreiseitige Schreiben vom Juli 1823 habe einen Schätzwert von über 100.000 Euro, sagte der Leiter des Brahms-Instituts, Wolfgang Sandberger, am Montag in Lübeck. Der Brief mit Originalsiegel ging nach Paris an den Harfenisten und Komponisten Franz Anton Stockhausen. Darin fragt Beethoven nach möglichen Bestellern für seine „Missa solemnis“. Zugleich zeichnet er ein düsteres Bild seiner Lebensumstände: „Allein mein geringer Gehalt meine Kränklichk. erfordern Anstrengung“, schreibt der Komponist.
Der Beethoven-Brief stammt aus dem Nachlass der Musikpädagogin Renate Wirth, die den Verein zur Förderung des Brahms-Instituts Lübeck zum Generalerben bestimmt hat. Ihre beiden Großväter, der Bratschist Emanuel Wirth und der Sänger Julius Stockhausen, Sohn des Brief-Adressaten, waren Musiker aus dem Freundeskreis von Brahms. „Die beiden Nachlässe von Wirth und Stockhausen sind von außergewöhnlicher musikhistorischer Aussagekraft – ein Glücksfall für das Brahms-Institut“, sagte Sandberger.
Insgesamt umfasst der Nachlass 20 Kisten mit unterschiedlichem Material. Von besonderem Wert sind auch private Alben mit bisher unbekannten Fotografien berühmter Musikerpersönlichkeiten, darunter Gioacchino Rossini, Franz Liszt, Richard Wagner und Clara Schumann. Darüber hinaus sind Briefe von Carl Orff, Max Friedlaender und Julius Röntgen enthalten.
Am Mittwoch, 18. Januar, werden Sandberger und der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Brahms-Instituts, Heiko Hoffmann, um 18 Uhr in der Villa Eschenburg den Beethoven-Brief präsentieren. Vom 19. bis 29. Januar ist er im Museum des Brahms-Instituts zu sehen.





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