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Kinostart 15. Dezember

"Sarahs Schlüssel": die Suche nach der Wahrheit

"Sarahs Schlüssel" ist ein einfühlsames Drama um ein jüdisches Mädchen, das die Massendeportation ins KZ Auschwitz 1942 miterlebt hat.

Kristin Scott Thomas spielt in "Sarahs Schlüssel" eine amerikanische Journalistin, die 67 Jahre nach einer Razzia gegen Juden in Paris deren Folgen recherchiert
Foto: Camino filmverleih

Eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren französischen Geschichte ist die Deportation von 13.000 Juden am 16. Juli 1942 durch die französische Polizei. Tagelang wurden die Familien damals in einem Pariser Radsportstadion festgehalten, dann in ein Übergangslager verfrachtet und von dort in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet. Im vergangenen Jahr beschäftigte sich die Regisseurin Rose Bosch in "Die Kinder von Paris" mit diesem von den Franzosen gern unter den Teppich gekehrten Thema, jetzt nimmt Gilles Paquet-Brenner sich in "Sarahs Schlüssel" dieser Tragödie an. Als Vorlage für seinen Film dient ihm der gleichnamige Roman von Tatiana de Rosnay.

Der Film lässt zwei Handlungsstränge parallel laufen: Zum einen die Deportation, erzählt am Beispiel der zehn Jahre alten Sarah, deren Familie in den Velodrome d'Hiver gebracht wird; zum anderen die Recherche der Journalistin Julia Jarmond (Kristin Scott Thomas). Die mit einem Franzosen verheiratete Amerikanerin stößt dabei auf einige Ungereimtheiten in der Familiengeschichte ihres Mannes. Seine Großeltern kauften 1942 eine Wohnung im Stadtviertel Marais, die plötzlich frei geworden war. Julia hakt bei ihrem Mann und dessen Eltern nach, doch sie stößt auf eine Mauer des Schweigens. Beharrlich macht sie sich auf die Spuren des kleinen jüdischen Mädchens, um das Geheimnis des Schlüssels zu lösen.

Gilles Paquet-Brenner umschifft geschickt die Klippen der Rührseligkeit, die der Stoff in sich birgt, und kann sich vor allem auf seine wieder einmal grandiose Hauptdarstellerin Kristin Scott Thomas verlassen. Mit Empathie, aber gleichzeitig mit kühlem Verstand forscht sie in den Archiven. Gleichzeitig merkt sie, dass diese Arbeit und eine Schwangerschaft bei ihr eine Menge Nachdenken auslösen. Am Ende verlässt sie ihren Mann und Frankreich und kehrt in die USA zurück.

Bewertung: annehmbar

Sarahs Schlüssel F 2010, 104 Min., ab 6 J., R: Gilles Paquet-Brenner, D: Kristin Scott Thomas, Mélusine Mayance, Michel Duchaussy, Nils Arestrup, täglich im 3001, Koralle-Kino, Passage; www.sarahsschluessel-film.de

 

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