Konzert im Docks
Maroon 5: Die eilige Rückkehr der Harmlosigkeit
Maroon 5 fangen um Acht an, um 20 nach Neun ist der Auftritt auch schon wieder vorbei. Dazwischen liegen 80 Minuten frohgemuter Pop.
Hamburg. Anscheinend möchte sich auch die Band noch einen schönen Abend auf dem Kiez machen. Maroon 5 fangen am Sonnabend schon um kurz nach Acht an, um 20 nach Neun ist der Auftritt auch schon wieder vorbei. Dazwischen liegen 80 Minuten frohgemuter Pop. "Moves like Jagger", die aktuelle Single der Herren, eröffnet das bunte Treiben im ausverkauften Docks. Es klingt nach Sonne, Mädchen wie erwachsene Frauen kreischen. Adam Levine singt davon, dass ihm die Luft knapp wird: "Harder To Breathe", seine Fans haben keine derartigen Probleme und quietschen weiter. Nach einer knappen Viertelstunde sind schon vier Songs gespielt, die Band scheint noch Termine zu haben.
Im Stakkatotempo braten sich die Herren durch ihr Programm. "Wake Up Call ", "Stutter", das inzwischen völlig totgenudelte "This Love" - nicht zu verwechseln mit dem Wutklumpen gleichen Namens von Pantera -, dann ist man nach 13 Songs und einer Stunde auch schon bei den Zugaben angelangt.
Zwischendurch ein "I need your help" zur Anfeuerung eines Publikumschores, nach einer halben Stunde eine kurze Begrüßung, zum Abschluss, vor "She Will Be Loved", ein wenig Schmeichelei für die vielen Frauen und wenigen Männer; viel mehr an Interaktion ist nicht drin. Sie geben die Musikprofis, die ihre profitable Marktlücke gefunden haben: Dezent groovender, aber letzlich nichtssagender Gitarren-Pop, den sie in routinierter Albumqualität herunterreißen.
Nach dem frühen Ende strömen die Fans aus dem Laden, auf der Suche nach weiterer Unterhaltung. Möglicherweise haben auch die Herren um Adam Levine im Anschluss noch Pläne: Vielleicht eine dieser neckischen Kiez-Führungen, die sich mit schöner Regelmäßigkeit und unter lautem Gekicher das Sortiment der neben dem Docks gelegenen "Condomerie" erklären lassen.
















