"Twilight"-Star mit 100 Monkeys in Hamburg
Kreischen zu Seifenblasen: Jackson Rathbone im Knust
Der Vampir-Darsteller kam mit seiner Band von Kalifornien aus an die Elbe. Für ihren Funk-Rock tauschten die fünf Musiker ständig die Instrumente.
"Twilight"-Star Jackson Rathbone
Foto: dapd/DAPD
Berlin/ Hamburg. Im Knust drängen mehr als 400 Besucher Richtung Bühne. Der Frauenüberschuss ist unübersehbar, die Stimmung ist voller Erwartung. Fast könnte man meinen, sie alle seien nur gekommen, um einmal ihrem „Twilight“-Star Jackson Rathbone ganz nahe zu sein. Der aus der Vampir-Saga als Jasper Hale bekannte Schauspieler ist derzeit mit seiner Band 100 Monkeys auf Welttournee. Am Donnerstagabend spielt das kalifornische Quintett erstmals in Hamburg.
Gegen 21.30 Uhr schreiten die 100 Monkeys auf die Bühne, die Menge kreischt, die Band pustet ihr Seifenblasen entgegen. „Ugly Girl“ ist der erste Song, dessen funkig-rockigen Klänge die Stimmung anheizen. Schon nach diesem Auftakt zeigt sich, was die Formation um den „Twilight“-Star so besonders macht: das „Monkey Switcheroo“. Die fünf Multiinstrumentalisten tauschen Gitarre, Bass, Keys, Schlagzeug und Percussions. Jeder von ihnen beherrscht auch die Instrumente der anderen. Dies ist nach dreijährigem Bandbestehen zum Markenzeichen von Jackson Rathbone, Ben Graupner, Jerad Anderson, Ben Johnson und Lawrence „Uncle Larry“ Abrams geworden. Auch einen alleinigen Frontmann kennen die Fünf nicht, sie alle wechseln sich am Mikrofon ab.
Aber nicht nur die Band, auch die Fans erweisen sich als textsicher, als der „Monkey Song“ ertönt. In den ersten Reihen werden nicht nur die Hände, sondern auch Stoffaffen in die Luft gerissen. Es folgt eine Mischung aus Rock’n’Roll, Funk aber auch Reggae und Blues.
Wie es bei den 100 Monkeys Tradition ist, entscheidet das Publikum über einen komplett improvisierten Song. Das geht zunächst jedoch komplett in die Hose und so muss Jerad Anderson erst einmal klarstellen: „Unfortunately, we only speak English“. Dann inspiriert eine Chips-Tüte die Fünf zu dem Song „Chio“. Eine Jam Session, die sich den Kommunikationsschwierigkeiten zum Trotz hören lassen kann.
90 Minuten lang begeistern die 100 Monkeys ihre Fans, sie lassen es sich nicht nehmen, eine Zugabe nach der anderen zu geben. Doch natürlich kann der „Twilight“-Star die Hansestadt nicht verlassen, ohne entgegen geschrien zu bekommen: „Jackson, we love you“.
Lesen Sie hier die Abendblatt-Kritik zu "Breaking Dawn: Biss zum Ende der Nacht ":
Romantische Geschichten enden gern damit, dass sich die Liebenden kriegen (Jane Austens "Stolz und Vorurteil") oder eben nicht (Shakespeares "Romeo und Julia"). Die Autorin Stephenie Meyer jedoch schreibt den letzten Teil ihrer Saga "Twilight" weiter fort, auch nachdem sich das Dreiecksdrama zwischen dem Mädchen Bella (Kristen Stewart), dem Vampir Edward (Robert Pattinson) und dem Werwolf Jacob (Taylor Lautner) aufgelöst hat.
Bis jeder, aber auch wirklich jeder am Ende nach zunehmend kruder Handlung sein Happy End bekommt, müssen Fans der Romanverfilmung aber eine Pause einlegen. Mit "Breaking Dawn: Biss zum Ende der Nacht" startet nun der erste Teil des großen Finales in den Kinos. "Harry Potter" lässt grüßen.
In fast zwei Stunden sind letztlich aneinandergereihte Initiationsriten zu sehen: Hochzeit, Loslösung von den Eltern, Machtkämpfe, Entjungferung, Geburt. An Meyers Vorlage, die sehr traditionelle Werte vermittelt, lässt sich wenig rütteln. Es ist jedoch das Verdienst von Regisseur Bill Condon ("Dreamgirls"), dass ihm auf Grundlage dieses biederen Materials eine ansehnliche Parabel auf das Erwachsenwerden gelungen ist. Die Bilder, die er findet, sind zwar auf das Vampir-Genre zugeschnitten, drücken aber das aus, was Teenage-Angst genannt wird. Das gesamte Spektrum von nagender Unsicherheit bis zum Hormonrausch findet sich eingebettet in einen zielgruppengerechten Soundtrack aus Folk und Rock.
Ältere mögen manche Szenen als unfreiwillig komischen Kitsch abtun. Etwa wenn sich Bella und Edward nackt im Meer bei Mondenschein küssen. Oder wenn die Flitterwochen einer Unterwäschewerbung ähneln. Doch Condon bleibt dramaturgisch stringent in der Welt der Heranwachsenden. (bir)
Bewertung: annehmbar
Breaking Dawn: Biss zum Ende der Nacht (Teil 1) USA 2011, 117 Min., ab 12 J., R: Bill Condon, D: Kristen Stewart, Robert Pattinson, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, Hansa-Filmstudio, Streit's (OF), UCI Mundsburg/Smart-City/Othmarschen; www.breakingdawn-themovie.com





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