Hamburg

Bestens amüsieren mit Bruno Mars, Prince of Pop

Hamburg.  Nein, Bruno Mars ist nicht wie einst Michael Jackson der King of Pop und auch nicht Prince, auch wenn der in Los Angeles lebende Hawaiianer oft und gern mit seinen Vorbildern verglichen wird. Dafür braucht es noch etwas mehr als drei erfolgreiche Alben. Aber: Bruno Mars ist ein Prince of Pop, einer der ganz großen Sänger und Entertainer, versiert als Tänzer, Pianist und Gitarrist. Und immer für eine spektakuläre Show wie am Mittwoch in der ausverkauften, schweißheißen Barclaycard Arena gut.

100 Minuten lang entfachen Mars und seine achtköpfige Band The Hooligans mal ein Feuerwerk aus Dance-Pop, Soul und Synthie-Funk, mal ein Kaminfeuer aus lasziven R-'n'-B-Balladen. Und das sorgt bei 12.000 zumeist weiblichen Fans für eine Begeisterung, die noch lauter ist als die mehrfach gezündeten Böller- und Funken-Effekte. Augen und Handylämpchen strahlen noch heller als die quaderförmigen Bühnenelemente, die sich Transformers gleich immer neu ausrichten.

Wobei Mars das große Showbrimborium nicht braucht, um gut zu unterhalten, das war schon 2011 im Docks zu erkennen. Seine Stimme zieht bei "Versace On The Floor" die Hosen aus, ein Höschen wird sogar auf die Bühne geworfen. Aber am meisten Spaß hat er offensichtlich beim Linedance mit seiner Band, bei Clubhits wie "24K Magic" und "Trea­sure", beim Rocksong "Runaway Baby" und bei der ausgiebigen Bandvorstellung bei "Just The Way You Are".

Zu Bemängeln ist eigentlich wenig. Der Sound ist sicher nicht optimal, wenn man beim üblichen Großarena-Akustik-Lotto den falschen Platz erwischt hat. Auch die gebremste Songauswahl im Mittelteil und ein Piano-Solo von Keyboarder John Fossit nehmen etwas Dynamik aus dem anfänglich im eigenen Saft brodelnden Saal. Dafür gibt es zum Konfetti-Finale mit "Locked Out Of Heaven" und "Uptown Funk" zwei absolut unzerstörbare und mitreißende Tanz- und Mitsing-Hits, zu denen sich jeder bestens amüsieren kann. Ja geradezu königlich amüsieren.

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