Fotografie
J. Henry Fair zeigt schrecklich schöne Bilder im Chilehaus
Fotograf J. Henry Fair macht aus Umweltverschmutzung Kunst. Vorlagen seiner Werke wurden von Menschenhand gemacht. Ausstellung im Chilehaus.
Der New Yorker Fotograf und Umweltaktivist J. Henry Fair zeigt bis Ende des Monats seine Bilder im Chilehaus
Foto: picture alliance/chromorange
Hamburg. Diese Bilder sind wunderschön. Ihre Schöpfer haben dafür alle Farben der Natur verwendet. Sie sehen aus wie abstrakte Malerei. Aber diese Kunstwerke sind nicht abstrakt. Sie zeigen reale Umweltkatastrophen; dokumentieren das, was die Menschen - Schöpfer dieser schrecklich schönen Bilder - der Natur antun.
Aus einem Sportflugzeug heraus hat der New Yorker Fotograf und Umweltaktivist J. Henry Fair diese Bilder gemacht. Er zeigt der Öffentlichkeit das, was sonst von Mauern und Stacheldraht verborgen wird. Aus der Vogelperspektive gewinnt der Betrachter einen Eindruck vom Ausmaß der Ausbeutung der Erde.
So blicken wir in einen tiefgrünen See mit weißen Ufern - es ist ein Giftmüllteich. Oder wir sehen bewaldete Hügel, die im Kohletagbau komplett abgetragen werden. Auf den Fotografien von J. Henry Fair ist nicht die Natur der Maler, sondern der Mensch. Fair nutzt die Formen und Farben nur, um uns diese realistische Malerei zu erklären.
Der Foto-Künstler hat sich lange mit der Öl-Katastrophe beschäftigt, die sich nach der Explosion der Ölplattform "Deep Water Horizon" im Golf von Mexiko ereignet hatte. Er hat nicht nur berührende Fotos gemacht, sondern auch Fakten gesammelt. "Ich kann jetzt nicht mehr Wasser aus einer Plastikflasche trinken, weil ich weiß, dass dafür eine Ölmenge im Volumen eines Drittels des Flascheninhalts verbraucht wurde, um die Flasche zu mir zu bringen", schreibt Fair in dem Vorwort zu seinem beeindruckenden Bildband "The Day After Tomorow".
Fair ist ein Missionar und ein Ästhet. Er sei "fasziniert von der grafischen Schönheit" der Dinge, die er fotografiere, sagt er. Und: "Ich realisiere, dass diese Bilder Menschen wahrscheinlich dazu bringen können, sich mit dem Thema der Umweltverschmutzung auseinanderzusetzen."
Bilder von J. Henry Fair sind noch bis zum 30.11. in der Flo Peters Gallery zu sehen. Chilehaus C, Pumpen 8, Hamburg. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr, Sonnabend 11-15 Uhr





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