Kultur

Sechs Staffeln im Schnelldurchlauf

So. Die erste Staffel der Superhelden-Serie "Daredevil" haben wir durchgeschaut. Und jetzt? "Luke Cage"? "Jessica Jones"? "Iron Fist?" Und schaffen wir das in den wenigen Tagen bis zu den neuen Folgen von "Designated Survivor"? So spannend TV-Serien ja sind, sie fressen auch viel Zeit. Manche haben mehr davon, manche weniger. Und manche haben einen an der Staffel-Waffel.

So wurde gerade von "Speedwatching" berichtet, sprich: von Serienjunkies, die so gar keine Geduld mehr haben, sondern sechs Staffeln "Game Of Thrones" einfach mit erhöhter Abspielgeschwindigkeit durchprügeln. Browser-Erweiterungen wie "Video Speed Con­troller" helfen dabei, Filme mit 1,2-facher bis 1,5-facher Geschwindigkeit abzuspielen und auf Dauer ein gutes Stück Zeit zu sparen. Für das Gehirn soll das nach kurzer Gewöhnungszeit kein Problem sein. Aber wozu das Ganze? Nur um noch mehr Zeit für noch mehr Serien zu haben? Wer seine Lebens-Zeitfenster im Leben derart füllen muss, hat wirklich Probleme. Obwohl es zugegebenermaßen nett wäre, die Längen von Serien und Filmen wie "Breaking Bad" oder "Der Herr der Ringe" (Hobbits, gähn) abzukürzen. Aber nein, das kommt nicht infrage. Der Respekt vor der Kunst gebietet, Filme von Anfang bis Ende ohne Vorspulen zu sehen. Gilt übrigens auch für, ähem, erotische Meisterwerke.

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