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Kultur & Live

Dieser Bau ist wie Musik

Mäzenatentum: Mit 6,2 Millionen Mark finanzierte Michael Otto den Neubau der Jugendmusikschule. Jetzt wird sie nach ihm benannt.

Hamburg. Es ist ein verspätetes Geschenk zum 60. Geburtstag des Mäzens: Von morgen an wird der schon im Jahr 2000 fertig gestellte Neubau der Jugendmusikschule am Mittelweg den Namen ihres Förderers tragen: "Michael Otto Haus". Mit insgesamt 6,2 Millionen Mark ermöglichte der kunstinteressierte Versandhauschef das Projekt des katalanischen Star-Architekten Enric Miralles, von dem der Hausherr und Direktor der Jugendmusikschule, Wolfhagen Sobirey, schwärmt: "Dieser Bau ist wie Musik." "Kunst und Kultur haben mir schon immer am Herzen gelegen", begründet Michael Otto sein Engagement für die Jugendmusikschule, an der in der ganzen Stadt mehr als 7500 Schüler ihr Talent ausleben können. "Dass Lebenskompetenz entscheidend durch eine engagierte musikalische Bildung geprägt wird, ist unumstritten", weiß der zweifache Vater und promovierte Volkswirt, der den Otto-Versand seit 1981 als Vorstandsvorsitzender führt. Als sein Unternehmen im Jahr 1999 das 50-jährige Bestehen feierte, wollte Michael Otto der Kultur seiner Stadt ein Geschenk machen. Vom damaligen Bürgermeister Ortwin Runde erhielt der Unternehmer den Hinweis auf die Jugendmusikschule. Die Räume waren dort schon lange zu eng geworden, der Neubau von Bürgerschaft und Senat beschlossen, und auch die Pläne vom Sieger des europäischen Architekturwettbewerbs lagen schon vor - allein das Geld fehlte. "Das Projekt Musikschule hat mich begeistert", so Otto. "Es wird die Freude an Musik in Hamburg fördern." Mit einer Gabe von 5,5 Millionen Mark schloss Michael Otto die Finanzlücke und ermöglichte das Neubauprojekt. Später schoss er noch weitere 700 000 Mark nach. "Ich freue mich, zu besonderen Anlässen meine Verbundenheit gegenüber Hamburg durch ein kulturelles Engagement für diese Stadt zum Ausdruck bringen zu können", so erklärt der Förderer, was ihm bei der Unterstützung seiner Projekte wichtig ist. Neben dem Firmenjubiläum war auch der 800. Hafengeburtstag im Jahr 1989 ein Impuls für Michael Otto, in Hamburgs Kulturleben ein Zeichen zu setzen. Gemeinsam mit anderen Förderern stiftete Otto dem Museum für Hamburgische Geschichte ein Glasdach über dem Innenhof. Als Vorsitzender des Ehrenkomitees zum 800. Hafengeburtstag regte er ebenfalls die Bemalung des Blohm+Voss-Decks im Hafen an und schenkte der Kunsthalle ein Hafen-Gemälde von Emil Nolde. Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft - oder auch aus anderen Branchen wie Militär und Medien - zur Diskussion zusammenzubringen: Das ist das Ziel des "Falkensteiner Gesprächskreises", den Michael Otto 1995 initiierte, gemeinsam mit Dieter S. Lutz, Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Den Lehrstuhl für "Nachhaltige Umweltentwicklung/Sustainability" stiftete Michael Otto der Hamburger Universität im Jahr 1998, denn neben der Kultur- und Wissenschaftsförderung, dem Engagement bei der Hamburger Handelskammer und im Sport genießt der Umweltschutz - auch in seinem Unternehmen - bei Michael Otto Priorität. Zu diesem Zweck rief er im Jahr 1993 die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz ins Leben. Sein Vater Werner Otto gründete bereits die Werner Otto Stiftung für medizinische Forschung. Eine Familie also, die ein gutes Beispiel gibt für hanseatisches Mäzenatentum.

 

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