Sonntag, 27. Mai 2012, 07:21

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kultur & Live

Ein Herz für das Musiktheater

Mäzene - Stifter - Sponsoren: Wie Hermann Schnabel die Staatsoper unterstützt.

Hamburg. Nun hat auch die Hamburgische Staatsoper ein Foyer mit Marmortreppen - genau wie die Musiktheater in Paris oder Wien. Generalkonsul Prof. Hermann Schnabel schenkte der Stadt und dem Haus den kostbaren Stein aus Carrara im Wert von gut 500 000 Euro. Heute wird die umgebaute und vom Designer Peter Schmidt neu gestaltete Eingangshalle feierlich eingeweiht. Es ist nicht die einzige Spende des hanseatischen Milliardärs und Mäzens Schnabel. "Ich finde, dass die Oper in einer Stadt wie Hamburg den Mittelpunkt der Kultur darstellt", begründet er seine Gabe. An Sängern und Tänzern beglücken Schnabel Charisma und Virtuosität. Noch mehr aber bewundert er ihre Disziplin, sie erst verwandelt Talent in Kunst. Tief beeindruckt haben ihn die Jungen und Mädchen in der Ballettschule der Staatsoper. Leichten Herzens fällte er 1988 eine große Entscheidung. Es war der 9. Mai. Abends fand die Ballett-Gala zu Gunsten des neuen Ballettzentrums statt. Nach dramatischem Hin und Her war der Umbau vom Senat abgesegnet und realisiert worden. Für die optimale Ausstattung fehlten aber noch 750 000 Euro. Kurz vor Gala-Beginn die Überraschung: Auf der Kuratoriumssitzung der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper verkündete Schnabel, die Summe zu spenden. Unter zwei Bedingungen: Das Zentrum müsse den Namen des von ihm verehrten Choreographen John Neumeier tragen, sein eigener ungenannt bleiben. So handelt der klassische Mäzen, als der sich Schnabel versteht. "Jeder Mann ist so viel wert, wie er Ideen hat - gemessen an der Zahl, die er in die Tat umsetzt." An sein Lebensmotto über seinem Büroschreibtisch hat sich Schnabel gehalten. Der schlesische Kaufmann, Jahrgang 1921, baute den maroden Hamburger Exporthandel Helm zu einer der größten konzernunabhängigen Chemiehandelsfirmen der Welt auf, machte Milliardenumsätze mit der AG, die nun Sohn Dieter führt. Schnabel Senior ist seit 1983 Generalkonsul der Republik Pakistan, gründete zur Förderung der deutsch-tschechischen Beziehungen die Hermann- und Else-Schnabel-Stiftung, ist Ehrensenator der Universität Hamburg, die er ebenso finanziell förderte wie Hagenbecks Tierpark. Der Bundesverdienstkreuz-Träger verabscheut Armbanduhren, sammelt Briefmarken und Gemälde, erfreut sich aber auch an einer roten Rose. "Besonders wenn sie mir von jungen Tänzerinnen überreicht wird", erinnert er sich lächelnd an die Verabschiedung als Vorsitzender der Staatsopernstiftung 2002 nach der Nijinsky-Gala.-itz

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus