Zwingerfestspiele in Dresden
Intendant Dieter Wedel beklagt mangelnde Werbung
Dem Intendant der Zwingerfestspiele fehlt Unterstützung. Er wirft der Stadtverwaltung sogar Boykott vor. Rund 70 Prozent der Karten verkauft.
Dresden. Der Intendant der ersten Dresdner Zwingerfestspiele, Dieter Wedel, wirft der Stadt Dresden mangelnde Unterstützung vor. Der Regisseur beklagte am Montag auf einer Pressekonferenz in Dresden, Teile der Stadtverwaltung würden die Zwingerfestspiele boykottieren. Er kritisierte vor allem, dass die Stadt nicht ausreichend für die Aufführungen seines Historienstücks werbe. Immerhin seien die Festspiele trotz häufigen Regens zur Halbzeit zu 70 Prozent ausgelastet.
"Man hätte mit ein bisschen Kenntnis und ein bisschen gutem Willen deutlich mehr Werbung machen können", sagte Wedel. Für das Dresdner Stadtfest am kommenden Wochenende werde hingegen deutlich stärker geworben. Teile der Stadtverwaltung seien gegen die Festspiele. "Wenn das so bleibt, dann werde ich nicht mehr zur Verfügung stehen", betonte Wedel mit Blick auf 2012. Über die Zukunft der Festspiele soll im September entschieden werden.
Bisher 23.000 Besucher bei Festspielen
Der Geschäftsführer der Dresden Event GmbH, Ralph Sander, sagte, die Festspiele seien zur Halbzeit mit bisher 23.000 Besuchern zu rund 70 Prozent ausgelastet. Bei gutem Wetter rechnet Sander eigenen Angaben zufolge am Ende der Festspiele am 21. August mit einer Auslastung von 80 Prozent. "Damit sind wir sehr zufrieden", fügte er hinzu.
Intendant Wedel hatte hingegen auf mehr Besucher gehofft. "Die Auslastung ist für die Umstände äußerst erfreulich, aber sie könnte besser sein", sagte Wedel. Neben mangelnder Unterstützung durch die Stadt beklagte er auch das Wetter. An vielen Abenden habe es eine Regenwahrscheinlichkeit von 85 Prozent gegeben. Unzufrieden zeigte er sich auch damit, dass sich das letzte Festspielwochenende mit dem Dresdner Stadtfest überschneide.
Ob die Festspiele finanzielle Verluste oder doch einen Gewinn für die Veranstalter bedeuten, kann laut Sander derzeit noch nicht gesagt werden. Eine Bilanz könne erst nach dem Ende der Festspiele gezogen werden. "Die Veranstaltung ist nicht auf Gewinnmaximierung, sondern auf Verlustminimierung ausgelegt", sagte Sander.
Historienstück um Liebe und Verrat
Bei den Zwingerfestspielen ist noch bis zum 21. August das Geschehen am Hof des sächsischen Kurfürsten und Frauenhelden August des Starken (1670 bis 1733) zu sehen. Das Stück "Die Mätresse des Königs" ist nach Angaben der Veranstalter eine Geschichte um Liebe, Verrat und Macht. Dem 19-köpfigen Ensemble gehören bundesweit bekannte Darsteller wie Götz Schubert, Teresa Weißbach, Helmut Zierl und Dirk Bach an.
Rund 1.850 Sitzplätze wurden vor der Open-Air-Bühne im historischen Zwinger aufgebaut. Die Veranstalter hatten vor dem Beginn der Festspiele am 5. August mit insgesamt 30.000 Zuschauern gerechnet.















