Wahl des ZDF-Intendanten
Programmdirektor Thomas Bellut einziger Kandidat
Bellut wird als einziger Kandidat wohl die Mehrheit erhalten und neuer ZDF-Intendant. Amtsinhaber Markus Schächter will nicht mehr kandidieren.
Der 56-jährige Thomas Bellut ist Programmdirektor beim ZDF. Er ist bisher einziger Kandidat für die Wahl des nächsten Intendanten
Foto: dapd/DAPD
Mainz. Thomas Bellut, aktueller ZDF-Programmdirektor, wird mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Intendant des ZDF. Der 56-Jährige ist bislang einziger Kandidat für das Amt des ZDF-Intendanten, wie der Vorsitzende des Fernsehrats, der CDU-Politiker Ruprecht Polenz, am Donnerstag in Mainz mitteilte. „Nach unseren heutigen Gesprächen gehe ich davon aus, dass Herr Dr. Bellut die notwendige Drei-Fünftel-Mehrheit im Fernsehrat erreichen kann“, sagte Polenz nach den Beratungen.
Bellut, der seit 2002 ZDF-Programmdirektor ist, sagte, er freue sich über das Signal aus dem Fernsehrat und werde sich um das Amt bewerben. Die Wahl des Nachfolgers von Amtsinhaber Markus Schächter findet auf der kommenden Fernsehratssitzung am 17. Juni in Berlin statt.
Schächter hatte im Januar erklärt, nach Ende seiner Amtszeit im März 2012 nicht mehr zu kandidieren. Bellut war bereits als möglicher und aussichtsreichster Kandidat gehandelt worden. Schächter ist seit März 2002 Intendant des ZDF, davor war er Programmdirektor des Senders. Der Intendant wird nach dem ZDF-Staatsvertrag vom 77-köpfigen Fernsehrat für fünf Jahre in geheimer Wahl gewählt. Erforderlich sind die Stimmen von mindestens drei Fünfteln der Mitglieder.
Schächter war im Dezember 2005 mit nur einer Gegenstimme für seine zweite Amtszeit (2007 bis 2012) wiedergewählt worden, dem laut Sender besten Ergebnis, das ein Intendant in der Geschichte des ZDF je erreicht hat. Eine Niederlage musste er 2009 hinnehmen, als im ZDF-Verwaltungsrat auf Betreiben des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) keine Mehrheit für eine Vertragsverlängerung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zustande kam. Schächter hatte sich für Brender eingesetzt. Er selbst war im Jahr 2002 erst nach monatelangem Hickhack, parteilicher Blockadepolitik und mehreren gescheiterten anderen Kandidaten als Nachfolger von Dieter Stolte in das Intendanten-Amt gewählt worden.
Der 61-jährige Schächter hatte im Januar erklärt: „Es ist meine persönliche Überzeugung und mein Amtsverständnis, dass Spitzenpositionen in Top-Unternehmen nur in klarer Befristung erfolgreich ausgeübt werden können.“ Zwei Amtsperioden seien in seinen Augen ein gutes Zeitmaß und zehn Jahre die richtige Zeitspanne. (dapd)





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