"Sholay" von Ramesh Sippy mit Amitabh Bachchan
Der größte Filmerfolg des Hindi-Kinos
In seinem gut dreistündigen Currywestern erzählt Ramesh Sippy von zwei Kleinganoven, die ein indisches Dorf vor einem sadistischen Verbrecher schützen. „Die glorreichen Sieben“ treffen da in einem wüsten wie packenden Mix auf reichlich Masala-Kultur.
Foto: REM
Kurz nach seinem Erscheinen am 15. August 1975 wurde "Sholay" aus Branchenkreisen ein kommerzielles Fiasko prognostiziert. Doch die indischen Kinogänger entschieden anders: Mund-zu-Mund-Propaganda machte den Curry-Western zum erfolgreichsten Film des Subkontinents. Der Dreistünder lief 286 Wochen am Stück, die BBC India erklärte den Kassenschlager im Jahr 1999 zum "Film des Milleniums".
Der Vertrieb Rapid Eye Movies bringt den Hindi-Klassiker nun mit deutschen Untertiteln auf den Markt. Für das westliche Publikum eine in mehrfacher Hinsicht lohnende cineastische Erfahrung. Zum einen können sich Filmfans einen Spaß daraus machen, die Querverweise zu Genre-Favouriten wie "Spiel mir das Lied vom Tod", "Die glorreichen Sieben" oder auch "Billy The Kid" und "The Wild Bunch" zu entdecken. Zum anderen vermittelt "Sholay", zu deutsch "Glut" oder "Flammen", einen bewegenden Einblick in die Kultur des Hindi-Kinos, das gerne Action und Drama mit Liebe, Tanz und Gesang kombiniert.
Erzählt wird die Geschichte der beiden Kleinganoven Veeru (Dharmendra) und Jai (Amitabh Bachchan). Der Polizist Thakur (Sanjeev Kumar) heuert die beiden vermeintlichen Taugenichtse an, damit sie sein Dorf vor dem finsteren Banditen Gabbar Singh (Amjad Khan) beschützen. Veeru und Jai nehmen den Job zunächst wegen des Geldes an, engagieren sich dann aber freiwillig, nachdem sie Gaddars Sadismus erlebt haben und von der Vergangenheit des Verbrechers erfahren: Gaddar hatte einst brutal Thakurs Familie ermordet.
Superstar Amitabh Bachchan, seit nun mehr 40 Jahren im Filmgeschäft und zuletzt mit seiner Kritik am Oscargewinner "Slumdog Millionär" international im Fokus, ist in einer seiner großen Paraderollen zu erleben. Als schlaksiger, zynischer "angry young man" bildet er einen starken Kontrast zu seinem Gefährten, dem lebensfrohen Veeru. Der Song, in dem die Zwei auf einem Motorrad fahrend ihre innige Freundschaft besingen, zählt mittlerweile zum klassischen Liedgut Indiens.
Zu den Songs aus "Sholay", die sich ins kulturelle Gedächtnis des Landes eingeschrieben haben, gehört auch "Jab Tak Hai Jaan Jaan E Jahaan". In der entsprechenden Filmszene wird Veeru von Gabbar gefangen gehalten. Nur so lange seine große Liebe, das Kutscher-Mädchen Basanti (Hema Malini), für den Gangster und seine Bande tanzt, geschieht ihm nichts. Während der Tod durch eine Gewehrkugel droht, bewegt sich Basanti rhythmisch in der sengenden Sonne, bis ihre Füße bluten.
Wünschenswert wäre es gewesen, auf der DVD weitere Specials oder Dokumentationen zu Ramesh Sippys Meisterwerk und dessen lang anhaltenden Erfolg zu finden. Doch auch ohne Extras ist der Film ein Erlebnis.
Sholay Indien 1975, 189 Minuten, ab 16 Jahren, R: Ramesh Sippy, D: Amitabh Bachchan, Dharmendra, Sanjeev Kumar
Bewertung: sehenswert





Branchenbuch Hamburg
Trabrennbahn Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



